
der
Familiengemeinschaft
INHALT
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A. |
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B. |
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Predigt zum Augsburger Bekenntnis (Pfr. Dietrich Steck) |
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Paulus und Flattich (Magdalena Paulus) |
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Statut der Stiftung des Ph. M. HahnPreises |
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Eine Kegelladenorgel auf dem Salon? (Werner Paulus) |
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Ahnenforschung mit dem Computer II (Rudolf Paulus) |
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C. |
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Am Sonntag, 23. Juni 1996 trafen wir uns zu unserem 122. Familientag im Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeindehaus in Kornwestheim. Zunächst nahmen wir am Gottesdienst mit Predigt von Pfarrer Steck in der Martinskirche teil. Die Lesung Matthäus 10, Verse 24 - 33 e rfolgte durch Werner Paulus. Diese Predigt über das Augsburger Bekenntnis ist dem Rundbrief beigegeben.
Anschließend begrüßte Werner Paulus (513 363) im Gemeindehaus die Verwandten und gab allgemeine Informationen und Berichte, vor allem Hinweise auf den geplanten zweiten Nachtrag zum Familienbuch. Dann berichtete Magdalena Paulus (513 3841),wie angekündigt, über ihre Neu edition des Buches Beate Paulus - was eine Mutter kann. Dieser Bericht, den sie unter das Thema Johann Friedrich Flattich und Beate Paulus geb. Hahn gestellt hatte, war außerordentlich farbig und aufschlußreich. Magdalena hat sich sehr mit d er Vorfahrin ihres Mannes befaßt und bringt großes Verständnis für sie in den einzelnen Phasen ihres Lebens auf. Gerade heute, in der Zeit der Frauenbewegung, für die allerdings Beate Paulus nicht immer Verständnis gehabt hätte, denn der heutige Emanzipat i onsgedanke deckt sich ja keineswegs mit dem ihrigen, wird Sicht und Verständnis für sie etwas geändert. Wir sind aber sehr gespannt auf die weiteren Untersuchungen und Forschungen von Magdalena Paulus, sie sind sehr vielversprechend. Magdalena hat sich s eh r in die damaligen schwäbischen Verhältnisse eingedacht, bedenkt man, daß sie aus einem ganz anderen geistigen und landsmännischen Umfeld entstammt. Magdalenas Ausführungen sind ein Teil dieses Rundbriefes.
Der traditionelle Spaziergang nach dem Mittagessen fiel buchstäblich ins Wasser, da es den ganzen Tag über regnete und auch sehr kühl war. So diente der Nachmittag dem verwandtschaftlichen Gespräch bei Kaffee und Kuchen.
Auch dieses Mal gingen uns viele Grüße aus nah und fern zu. Gerade für die Verbundenheit mit all den Familiengliedern, die nicht kommen konnten, sind wir sehr dankbar.
Am Familientag nahmen diesmal ca. 60 Personen teil. Sehr erfreulich war das Kommen von etwa zehn Kindern, die sich mit den Spielsachen des Gemeindehauses vergnügten. Trotz des manchmal widerlichen Wetters war es ein schöner und harmonischer Familientag den alle sehr genossen haben.
Ruth Paulus
Auch im nun zurückliegenden Jahre hat sich manches Berichtenswerte zugetragen. Auch 1996 fand in Albstadt-Onstmettingen ein Tag der Begegnung im Kasten statt. Am 20. Oktober wurde eine Sonderausstellung im Philipp-Matthäus-Hahn-Museum eröffnet: Mensch und Universum - Beziehung durch eine astronomische Uhr. Der Arbeitskreis Kasten konnte eine Standuhr mit Planetarium präsentieren. Die Uhr ist eine Leihgabe und wurde von ihrem Besitzer, Herrn Dipl. Ing. Diethelm Bopp, eingehend erklärt. Herr Bopp, Stuttgart-V aihingen, ist Geodät und Systemanalytiker, er ist ein Bewunderer von Hahn'schen Himmelsmaschinen. - Gerade jetzt, da uns ein Wanderer durch den Kosmos besucht, der Komet Hale-Bopp, soll wieder auf den Besuch gerade dieses Museums hingewiesen werden, denn e r ist besonders auch für Kinder sehr lehrreich. Anschrift: Hahn-Museum, Albert-Sauter-Str. 15, 72461 Albstadt-Onstmettingen T.: 07432-23280. Die Telefonnummer der Museumspädagogin Frau Fritsch ist 07432-21222. Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag, Sonntag u nd an Feiertagen von 14.00 - 17.00 sowie nach Vereinbarung , auch mit Führungen.
Am 25. November, dem Geburtstag von Philipp Matthäus Hahn, wurde in der Galerie der Stadt Kornwestheim im Rahmen eines Festaktes der von der Stadt Kornwestheim gestiftete Philipp-Matthäus-Hahn-Preis zum dritten Mal verliehen. Er ging an den Theologen Dr. T homas K. Kuhn, Kandern-Tannenkirch. Der Basler Kirchenhistoriker erhielt diese hohe Auszeichnung für seine Dissertation, die mit dem Prädikat summa cum laude bedacht worden ist und die sich mit dem Leben des Schweizer Theologen Alois Emanuel Biedermann be f aßt. Dieser Züricher Professor stand zwischen Liberalismus, Hegelianismus und Pietismus. Der Preis ist derzeit mit 5 000 Mark dotiert. Diesem Rundbrief ist auch das Statut der Stadt Kornwestheim zur Stiftung des Philipp-Matthäus-Hahn-Preises beigefügt.
Da am diesjährigen Familientag Herr Dr. Ehmer Festredner ist, soll auch einmal der Verein für württ. Kirchengeschichte in unserem Rundbrief vorgestellt werden. Aufgaben und Ziele dieses Vereins sind u.a. die Kirchengeschichte Württembergs wie auch die kirc hliche Kunstgeschichte und Kulturgeschichte. Das Thema der Jahresversammlung 1996 war Pfarrhaus, Pfarrstand, Pfarrfamilie vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Der Verein ist sehr aktiv. Unter anderem werden die Blätter für württembergische Kirchengeschi c hte herausgegeben, weiterhin werden Vorträge und Kurse sowie Exkursionen veranstaltet. Der Verein ist für alle, die seine Ziele und Aufgaben anerkennen, offen. Der Beitritt kann sehr empfohlen werden.
Ein weiterer Verein den die Evang. Landeskirche in Württemberg 1994 ins Leben gerufen hat, ist der Verein Landeskirchliches Museum e.V. Ludwigsburg. Der Verein gestaltet Ausstellungen in der Ludwigsburger Friedenskirche die von hohem Rang sind. Ausstellung en des Landeskirchlichen Museums 1996 waren: Bibel - Illustrationen, Bücher aus fünf Jahrhunderten, Der ferne Nächste, Bilder der Mission - Mission der Bilder, Krippenausstellung. In Vorbereitung sind weitere Ausstellungen: Frauen in der Kirche, Das Gesan g buch in Württemberg, Das württembergische Pfarrhaus, und andere mehr. Auch dieser Verein braucht eine breite Mitgliederbasis, daher kann auch hier die Mitgliedschaft sehr empfohlen werden.
Weiterhin kann mitgeteilt werden, daß die Erhebung der Namen und Daten zum geplanten 2. Nachtrag Fortschritte macht. Wesentlich ist - was oft übersehen wird und daher immer wieder nachgefragt werden muß - bei den Daten müssen auch die jeweiligen Orte angeg eben werden: also auch Geburtsort, Heiratsort, Sterbeort. Es wird jedoch lange dauern bis wir alle Angaben der letzten 30 Jahre, seit Herausgabe des 1. Nachtrages, beisammen haben.
Eine besondere Delikatesse sind die wöchentlich einmal und zwar donnerstags erscheinenden Ausführungen des Degerlocher Landeshistorikers Dr. Gerhard Raff in der Stuttgarter Zeitung unter der Überschrift Raffs Raritäten. Der profunde Kenner der württembergi schen Geschichte, aber auch der württembergischen Geschichtchen, berichtet hier in gut lesbarem schwäbisch über Begebenheiten der Vergangenheit welche sich in Jahreszahlen runden. Auch Vorfahren oder Verwandte von uns sind ab und zu an der Reihe. Ganz bes o nders gut ist der Beitrag vom 23. Januar 1997 bei den Verwandten im fernen Australien angekommen. Seine Überschrift lautete Hoffmänner aus'm Heilige Korntal.
Verwandtenbesuche aus dem Ausland, die uns bekannt geworden sind, waren Gottfried Effe (513 1213) aus Finnland, Ruth und Susie Reagel (516 711/1) aus USA sowie Ilse Birkner (518 256) aus Australien.
Werner Paulus
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Wie all die Jahre vorher treffen wir uns auch in diesem Jahr
wieder im Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeindehaus in Kornwestheim zu
unserem 123. Familientag und zwar am Sonntag, 1. Juni 1997 ab 9.30
Uhr:
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9.30 |
Uhr |
Ev. Martinskirche: Gottesdienst mit Predigt von Herrn Pfr. Steck |
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11.00 |
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Ev. Martinskirche: Vortrag von Herrn Dr. Ehmer Johann Friedrich Flattich - Der schwäbische Salomo |
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11.45 |
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Ph.-M.-Hahn-Gemeindehaus: Begrüßung und anschließend Mittagessen |
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13.00 |
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Gang durch Alt-Kornwestheim, Pfarrhaus und Friedhof (ohne Führung) |
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ab |
14 |
Uhr |
Gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, |
dazwischen Informationen und Berichte
Unser 123. Familientag wurde auf den 1. Juni gelegt, da dies der 200. Todestag des Großvaters von Beate Paulus ist.
Herr Dr. Hermann Ehmer ist Leiter des Landeskirchlichen Archivs und Vorsitzender des Vereins für württ. Kirchengeschichte. Der Festvortrag wird sich insbesondere mit Flattichs Erziehertätigkeit befassen. Neben seiner unmittelbaren Wirksamkeit sind seine Ha usregeln von Bedeutung, die einen wesentlichen Beitrag zur Formung des schwäbischen Charakters darstellen und deshalb bis heute nachwirken.
Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Ev. Gesamtkirchengemeinde Kornwestheim und dem Verein für Geschichte und Heimatpflege Kornwestheim. Es wird daher ein größerer Hörerkreis erwartet deshalb findet der Vortrag im Anschluß an den Gottesdient in der Kirche statt.
Wir hoffen sehr, daß an diesem Festfamilientag viele Verwandte - auch junge - begrüßt werden können. Das könnte Schwierigkeiten mit dem Mittagessen ergeben. Daher haben wir uns entschlossen, dieses Mal um Anmeldung zu bitten. Es liegen daher Postkarten dem Rundbrief bei, auf denen die jeweilige Gesamtzahl der zu Erwartenden vermerkt werden soll. Die Karte ist an Werner Paulus, Urbanstr. 169 in 73730 Esslingen, zurückzusenden. Die Rückmeldung kann natürlich auch telefonisch erfolgen: 0711 -31 80 782. Wie ges agt, die Rückmeldung dient dazu einen besseren Überblick bei der Essensbestellung zu erhalten. Sie soll bis Sonntag, den 25. Mai (Sonntag vor dem Familientagssonntag) telefonisch oder schriftlich ergangen sein.
Die Zeit nach dem Mittagessen und vor dem gemütlichen Beisammensein am Nachmittag kann auch mit einem Galeriebesuch verbunden werden. Unser treuer Führer all die letzten Jahre, Herr Hermann Wagner, ist leider erkrankt. Wir alle wünschen ihm von Herzen gute Besserung!
Wie alljährlich bitten wir um Kuchenspenden. Wenn alle soviel Kuchen mitbringen, wie jeder gerne selbst essen möchte, dann reicht es bestimmt und es wird ein gemütlicher Nachmittag werden! Kommt alle und bringt auch die Kinder mit. Es wird für sie gesorgt.
Einnahmen
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Ausgaben
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Kosten Rundbrief Nr. 37/1996 |
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897,60 |
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Porto |
DM |
400,00 |
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Sonst. Unkosten (Ausl.Fam.Tg., Kuverts,etc) |
DM |
350,00 |
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Schreibarb. Jens Paulus |
DM |
150,00 |
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Kontogebühren |
DM |
72,20 |
DM |
1 869,80 |
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Differenz (+) |
DM |
1 333,50 |
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Guthaben aus 1995 |
DM |
8.527,42 |
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Guthaben am 31. 12. 1996 |
DM |
9 860,92 |
Der Kontostand in Australien betrug am Jahresende 1996 AUS $ 445,06.
Die Schreib- und Satzarbeiten konnten wiederum von Gerhard Struve und Jens Paulus übernommen werden wodurch erhebliche Kosten gespart werden konnten. Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt!
Wir danken allen Beitragszahlern, vor allem denen die größere Beiträge überwiesen haben und bitten um Zahlung der regulären Jahresbeiträge (Mindestbeitrag DM 12,00).
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ANZ Moorabbin Savings Account No. 9154-24792 |
Ruth Paulus
Dies ist leider der letzte Kassenbericht von Ruth. Durch ihren plötzlichen Tod (siehe Sterbefälle) ist die Stelle des Schatzmeisters vakant geworden. Dankenswerterweise hat sich Eberhard Weiss (518 3521) bereit erklärt diese Funktion - vorbehaltlich des Vo tums des Familientages - zu übernehmen.
Unser Familienkonto für Deutschland und die USA lautet zukünftig: Eberhard Weiss, Agnesstr. 1, 70597 Stuttgart Landesgirokasse Stuttgart (BLZ 600 501 01) Nr. 7 441 600
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12.03.1992 |
Phil Jope (513 383 11), MünchenEltern: Andreas und Anette Jope |
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22.08.1994 |
Stefan Alexander Prockl (518 144 21), Frankfurt/M.Eltern: Jürgen Prockl und Dr. Susanne v. Frankenberg-Prockl |
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5.11.1994 |
Henriette Adriana Knapp (512 151 112), SindelfingenEltern: Werner und Dorothee Knapp |
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26.02.1995 |
Klara Lisa Knapp (512 151 132), StuttgartEltern: Doris und Tobias Knapp |
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3.02.1996 |
Melina Fritz (512 151 141), Herrenberg Eltern: Peter und Vicky Fritz |
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17.06.1996 |
Lucia Elisabeth Martin (518 352 121), FilderstadtEltern: Julia und David Martin, |
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8.08.1996 |
Chris Jope (513 383 12), Bad Oldesloe Eltern: Andreas und Anette Jope |
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24.09.1996 |
Victoria Marie Prockl (518 144 22), Stuttgart Eltern: Jürgen Prockl und Dr. Susanne v. Frankenberg- Prockl |
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19.10.1996 |
Ricardo José Garcia-Villada, (518 271 32),. Sydney AUSEltern: Monica und Lorenzo Garcia-Villada |
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26.11.1996 |
Anselm Valentin Paulus (513 321 31), Filderstadt Eltern: Michael und Dr. Angelika Paulus |
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15.12.1996 |
Julian Caesar Paulus (513 384 23), Thun BE, CHEltern:Dr. Manfred und Ursula Paulus |
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30.12.1996 |
David Richard Osorno Göz (516 733 21), Filderstadt Eltern:Michael und Ursula Göz |
03.05.1996 Stuttgart, Julia Weiss (518 35212) und David Martin
H e r z l i c h e n G l ü c k w u n s c h !
* Böckingen 31. Oktober 1918 Geislingen, 26. Oktober 1996
Dr. med. Ernst Gommel ist tot. Er starb in der Nacht vom 25. auf 26. Oktober 1996, wenige Stunden nach einem tragischen häuslichen Unfall, an den Folgen einer schweren Kopfverletzung. Es war ein schneller, gnädiger Tod, ein sanftes Hinübergleiten aus tiefe r Bewußtlosigkeit, die ihn bald nach seinem Sturz aufgenommen hatte.
Ernst Gommel wurde als zweites Kind der Pfarrerseheleute Friedrich und Pauline Gommel, geb. Hoffmann, am 31. Oktober 1918 in Böckingen bei Heilbronn geboren. Seine erste Heimat aber wurde Ingelfingen am Kocher, wo Friedrich Gommel bald nach der Geburt sein es ersten Sohnes die Stadtpfarrstelle übernahm. In Ingelfingen verlebte Ernst zusammen mit seiner älteren Schwester Gertrud und seinem zwei Jahre später geborenen Bruder Hans eine glückliche Kindheit. Ich kann mich noch gut erinnern, wie er uns in den 50e r Jahren anläßlich eines Besuchs in Ingelfingen an die Stätten seiner Jugenderinnerungen führte; es war zu spüren, wie intensiv er diese Zeit erlebt hatte.
In Ingelfingen besuchte er gerade noch die Lateinschule, bevor die Familie Ende der 20er Jahre nach Geislingen/Steige zog . Pfarrer Gommel trat dort seinen Dienst an der Paulusgemeinde an.
Das Familienglück in Geislingen sollte aber nicht lange dauern. Nach wenigen Jahren wurde Friedrich Gommel abberufen - ein schwerer Schicksalsschlag für die Familie. Es waren harte Zeiten für die Mutter Pauline und ihre drei Kinder. Die wirtschaftliche Lag e am Ende der Weimarer Republik war bekanntermaßen katastrophal, besonders aber für die Wittfrau Pauline mit ihren drei Kindern, die natürlich nach dem Tod ihres Ehemannes das Pfarrhaus umgehend räumen mußte. In dieser schweren Zeit fand die Familie wertv o lle Unterstützung und Beratung beim Bruder Paulines, Jonathan, dem auch mir noch gut erinnerlichen Onkel Jon. Nur mit seiner brüderlichen Hilfe war es möglich, das Haus in der Schloßhalde zu bauen, womit für die Familie Gommel Geislingen endgültig zur He im at wurde.
Ernst wie auch seine Geschwister besuchten in Geislingen das Gymnasium. Alle schlossen mit dem Abitur ab, die beiden Brüder aber schon unter den Schatten des heraufziehenden Weltkrieges, von dessen Greueln aber noch keiner etwas ahnte. In den Schilderungen dieser Jugendzeit meines Vaters, aus der er und viel mehr noch Gertrud, gerne erzählten, war daher nichts zu spüren von der Finsternis der letzten sechs Jahre des Tausendjährigen Reiches, das vielen, so auch Hans Gommel, Zukunft und Leben rauben sollte.
Gleich nach dem Abitur begann für Ernst der Ernst. Arbeitsdienst, Militärdienst. Das Studium der Medizin hat er beim Militär absolviert, ja mußte er beim Militär absolvieren , denn die wirtschaftliche Lage der Familie Gommel zwang dazu. Es wäre ohnehin , a uch bei einem freien Studium, nur auf das eine hinausgelaufen - Militärarzt. Denn mittlerweile tobte der Krieg.
Den Krieg hatte Ernst überstanden, mit Verwundung, mit Gefangenschaft - glücklicherweise der amerikanischen, nachdem er der russischen Gefangennahme mit knapper Not entkommen war. Im Krieg hatte er auch seine Frau Hilde geheiratet, kurz vor Weihnachten 194 3. Danach ab an die Front. Was für Perspektiven!
Auch nach Kriegsende - was für Perspektiven! Für den Einstieg in den Arztberuf fehlte Dr. med Ernst - wenigstens das - noch fast die gesamte klinische Ausbildung, denn im Krieg brauchte man mehrheitlich nur Chirurgen. Also gab's auch nur diese Ausbildung. Und so mußte er den Rest nachholen, unentgeltlich natürlich, was allerdings vor der Währungsreform nicht allzu tragisch war. 1948 wurde ich dann geboren, worin sich ein ungeheurer Optimismus meiner Eltern offenbart, wenn ich daran denke, wie pessimistisch manche unsere heutige Zeit beurteilen und aus diesem Grund auf Kinder verzichten. Ich persönlich habe meinen Eltern zu danken, daß sie dieses Risiko auf sich genommen haben.
Nach Abschluß der klinischen Ausbildung sah Ernst sich mit einer Arztschwemme konfrontiert. Keine Chance auf eine eigene Praxis, auch keine Möglichkeit einer sonstigen Anstellung. Mittlerweile war Währungsreform, und da wäre es schon gut gewesen, ein gesic hertes Einkommen zu haben. Ernst hat sich mit Vertretungen durchgeschlagen, bis er Mitte der 50er Jahre seine Kassenzulassung bekam und zugleich das Glück hatte, eine Praxis übernehmen zu können.
Wer Ernst gekannt hat, weiß, mit welcher Hingabe und mit welchem Einsatz er seinen Beruf ausgefüllt hat. Er war für seine Patienten da, ganz gleich zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Aus seiner glücklichen Ehe konnte er die Kraft für einen solchen Einsatz s chöpfen. Meine Mutter hat ihn unterstützt und hat diesen ungeregelten Berufsalltag mitgetragen und mitertragen - manchmal schimpfend - wenn er, nach einem anstrengenden Tag, spätabends noch zu einem - Fall würde man heute sagen - gerufen wurde. Nachts sta n d das Telefon neben dem Bett - er wollte immer erreichbar sein.
So ist es nicht verwunderlich, wenn Ernst in seiner eher karg bemessenen Freizeit keine großen Aktivitäten entwickelte. Als man sich Ende der 50er Jahre Ferien außerhalb der eigenen vier Wände leisten konnte, dienten diese vordringlich der Ruhe und Entspan nung. Allerdings, den Arztkoffer hatte er immer dabei.
Ernsts großes Hobby war, schon seit frühester Jugend, die Eisenbahn. Ich kann mich gut erinnern, wie ich als kleiner Bub bei jeder Eisenbahnreise mit ihm vor Abfahrt des Zuges zur Lokomotive vorgelaufen bin - in ständiger Angst, der Zug könne ohne uns abfa hren. Aber er wollte sehen, was für eine Maschine - Dampflokomotive natürlich - vorgespannt war. Und das Schlimme war immer, Mutter und das Gepäck waren schon im Zug. Natürlich hatte er auch eine Modelleisenbahn. Im Laufe der Zeit füllte die Anlage ein ga n zes Zimmer. Mutter meinte zwar immer, man könnte das Zimmer doch viel nutzbringender verwenden, doch die Eisenbahn blieb da, bis zum Schluß, auch als Ernst kaum noch in der Lage war, damit zu spielen.
1984 trat mein Vater in den Ruhestand. Wir, das heißt meine Familie und ich, hielten uns damals beruflich in Afrika auf. Ich glaube, der Wunsch, uns zu besuchen, machte ihm den Abschied aus dem Berufsleben leichter. Meine Eltern haben uns in Afrika zweimal besucht, und sie haben beide den Aufenthalt sehr genossen. In den Folgejahren mußte sich Ernst dann mehreren, schweren Operationen unterziehen. Sein Optimismus und sein Durchhaltewillen haben ihn jedesmal wieder auf die Beine gebracht. Am Ende litt seine körperliche Konstitution aber doch.
Ernst war in unserer Familie der väterliche Rückhalt, er war eine Art Zentrum. Er war wohl Spielgefährte, aber er war nicht die Art Kumpel, die viele Väter für ihre Kinder sein wollen,es aber schon allein wegen des Altersunterschieds nie sein können. Er wa r schlicht Vater im eigentlichen Sinn des Wortes, und für meine Mutter war er ganz sicher auch ein solcher Ehemann. So wird er im Geist immer unter uns bleiben.
Hans-Jürgen Gommel
* Breslau 13. März 1908 Detmold 14. Dezember 1996
Eberhard Fukas ist nach langem, schweren, doch geduldig ertragenen Leiden im 89. Lebensjahre abgerufen worden. Er wurde während einer 1 jährigen Bettlägrigkeit von seiner Ehefrau Line Fukas geb. Paulus liebevoll gepflegt und versorgt. Er durfte bis in sein e letzte Lebenszeit geistig frisch bleiben. Leider wissen wir nicht mehr, doch vielleicht können in einem späteren Rundbrief mehr Informationen gegeben werden.
Werner Paulus
* Plan CS 12. April 1911 16. Januar 1997
Auch hier sind uns bis jetzt leider nur diese Daten bekannt. Es ist zu hoffen, daß im nächsten Rundbrief mehr über das Leben von Fritz Prockl, Ehepartner von Victoria Maus Prockl geb. Steffan (518 144), welche vor rund 3 Jahren verstorben ist, mitgeteilt w erden kann.
Werner Paulus
* Bittenfeld 14. August 1921 Esslingen 20. Februar 1997
Durch den überaus plötzlichen Tod meiner Schwester Ruth, dem kaum erkennbare Krankheitssymptome vorausgegangen waren, sind wir alle hart getroffen worden. Ruth war eine unbedingt zuverlässige und treue Mitarbeiterin in allen Belangen unserer weitverzweigte n Familiengemeinschaft. Mit ihrem großen Wissen, ihrem bedingungslosen, treuen Einstehen für kranke, behinderte und alte Familienglieder hat sie sich ein stilles Denkmal des Dankes in vielen Herzen von vielen von uns gesetzt und dies trotz ihrer manchmal s chroffen Art. In der Familienarbeit ist sie überall eingesprungen wo es zu helfen galt. Ganz besonders in der Vorbereitung unserer Rundbriefe und der Familientage. In ihrer besonderen Aufgabe als Schatzmeister unserer Gemeinschaft war sie eine treue, unb es techliche Sachwalterin und Vermehrerin unserer finanziellen Belange. Dadurch wurde der Grund für große Aufgaben in der Zukunft gelegt. Ruth hinterläßt für uns alle eine große Lücke, die kaum zu schließen sein wird. Wir danken Ruth für ihren großen und s elb stlosen Einsatz!
Nachstehend möchte ich die Ausführungen in der Aussegnungshalle des Esslinger Ebershaldenfriedhofes von Herrn Pfarrer Mast, Kirchengemeinde St. Bernhardt-Wäldenbronn und Herrn Professor Dr. Gröner, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, weitergeben.
Frau Ruth Paulus, 75 Jahre alt Kirchlich bestattet auf dem Ebershaldenfriedhof am 25.2.1997.
Lieber Herr Paulus, liebe Angehörige der Verstorbenen und liebe Trauergemeinde!
r Psalmist konnte beten:
behalten und loslassen hat seine Zeit
Unsere Zeit jedoch steht in Gottes Händen.
Es ist deshalb gut zu wissen, woher wir kommen, und wohin wir gehen. Und es ist gut zu wissen, daß unser Leben ganz eng verbunden ist mit dem Gott, zu dem wir Vater sagen dürfen.
Er ist es, der uns verspricht:
Bis in euer Alter bin ich derselbe. Und ich will tragen bis ihr grau werdet. Ich habe es getan. Ich will helfen, tragen und erretten.
Er ist es, der tröstet, heilt, verbindet und versöhnt. In der Trauer, und beim Abschied nehmen eines lieben Menschen kann uns ein Wort des Psalmbeters trösten:
Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe.
Der Beter hatte Angst, keinen Trost zu finden und seinem Schmerz und seinem Leid bedingungslos ausgeliefert zu sein. Hier betet jemand, dem das Leben viel abverlangte. Der neben guten, auch aussichtslose Situationen erlebte. Siehe, um Trost war mir sehr ba nge. .Und dann konnte er auch sagen:
Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe.
Dem hoffnungslosen Leid steht Gottes Erbarmen gegenüber.. du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen... bedeutet:
Gott läßt die, die die Tiefen des Lebens durchlitten haben, am Ende nicht allein. In dieses Versprechen sind auch Sie, liebe Angehörige, und ist die Verstorbene mit eingeschlossen, um die wir jetzt trauern.
Alles hat seine Zeit...
Die Verstorbene ist in Bittenfeld als Zwillingsschwester geboren, wo sie auch ihre Kindheit verbrachte. Ihr Vater war Gemeindepfarrer gewesen, deshalb mußte die Familie mehrmals umziehen, was für sie bedeutete:
Freundschaften abbrechen und an anderen Orten immer wieder neue Wurzeln schlagen:
nach Bittenfeld in Nürtingen-Oberensingen und in Stuttgart-Weilimdorf.
Daß eine Pfarrer-Familie öfters den Wohn- und Dienstort wechseln muß, war üblich; außergewöhnlich war jedoch, daß ihr Vater zur Bekennenden Kirche gehörte, was nicht nur der Familie Probleme mit der Partei bescherte, sondern auch sie dieses in der Schule s chmerzhaft zu spüren bekam.
Doch trotz mancher Schwierigkeiten mit dem damaligen NS-Regime ist es ihr gelungen, nach dem Abitur am heutigen Esslinger Mörike-Gymnasium, in Leipzig, Straßburg, Tübingen und Heidelberg vor allem Staats- und Volkswirtschaft zu studieren, aber auch Geschic hte und Kunstgeschichte.
Alles hat seine Zeit....
Nach dem schrecklichen 2. Weltkrieg fand die Verstorbene schon bald eine Anstellung beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg, wobei sie sich vor allem intensiv am Aufbau des Krebsregisters in Baden-Württemberg beteiligte und dabei große Verdienste er worben hat, - es war das erste in der Bundesrepublik.
Seit 1962 lebte sie in Wäldenbronn. Neben ihren verantwortungsvollen beruflichen Aufgaben interessierten sie besonders geschichtliche Zusammenhänge, Kunst und Literatur.
Sie reiste gerne, hielt engen Kontakt zu ihrem Zwillingsbruder und dessen Familie und setzte sich auch für die Familiengemeinschaft Gebhardt - Paulus - Hoffmann ein.
Alles hat seine Zeit unsere Zeit aber steht in Gottes Händen.
Wir haben eingangs in der Schriftlesung gehört:
Gott hat uns wieder eine Zukunft gegeben, der wir entgegen gehen können, seit Jesus Christus aus dem Reich der Toten wieder lebendig wurde. Auf uns wartet ein Besitz, der nicht verdirbt, und der seinen Glanz und seine Schönheit nicht verliert. Im Himmel, i n Gottes unsichtbarer Welt liegt er für euch bereit.
Die Gewißheit, daß das stimmt, erwächst aus der Grundhaltung des Vertrauens in das, was Gott uns verspricht. Auf ihn ist Verlaß. Er will, daß wir das Ziel des Glaubens erreichen.
Und was ist das Ziel?
daß wir im Leben und im Sterben sagen, vielleicht auch nur noch empfinden können...
Ich weiß, Herr Jesus, daß du mich liebst... ich sterbe, um bei dir zu sein.
Das klingt bescheiden wenig. und doch ist es das Einzige, was uns hoffen läßt. Es ist das , was bleibt und Bestand hat. Alles andere lassen wir zurück.
Das Zeichen dafür, daß wahr ist, was uns der lebendige Gott verspricht, ist das Kreuz. Das Kreuz ist das Zeichen der Liebe Gottes, damit wir sehen, begreifen und seine vergebende und rettende Liebe ergreifen.
Wenn Sie mich fragen, weshalb Gott für uns gestorben und auferstanden ist, dann habe ich nur eine Antwort:
Aus Liebe!
Und Liebe läßt sich nicht weiter hinterfragen.
Und wozu? damit wir nicht zu leben brauchen, um irgendwann einmal zu sterben, sondern daß wir sterben, um zu leben.
Er verspricht denen die ihn lieben: Ich lebe und ihr sollt auch leben.
Derselbe Christus, der uns schon heute begegnet, wird auch derjenige sein, der uns in der Ewigkeit, in der für unsere Augen unsichtbaren Welt wieder begegnen wird.
Im Vertrauen auf ihn können wir mit Worten von Dietrich Bonhoeffer beten:
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
Das Heil, für das du uns geschaffen hast
Dieser guten Macht, dem lebendigen Gott befehlen wir nun die Verstorbene an und singen vom Lied 294 die Strophen 1,2, und 4. Befiehl du deine Wege .
Prof. Dr. Gerhard Gröner:
Liebe Trauernde, Gott der Herr hat unsere Kollegin Frau Ruth Paulus zu sich abberufen. Im Namen des Statistischen Landesamtes, der Amtsleitung, der Belegschaft und des Personalrats möchte ich einen letzten Gruß überbringen.
Frau Paulus hat, wie dies bereits ausgeführt wurde, von 1941 bis 1946 und damit in den schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahren studiert. Im Jahr 1946 beendete sie ihre vielseitigen Studien dann an der Universität Heidelberg mit dem Abschluß eines Diplomvo lkswirts. Bereits 1947 trat sie in das Statistische Landesamt ein, in dem sie bis 1986, - fast 40 Jahre lang, eigentlich ein Leben lang - gearbeitet hat. Sie gehörte damit zu der Generation tapferer Frauen und Männer, die nach dem Krieg aus Schutt und Trü m mern einen neuen Anfang und Wiederaufbau wagten und mitgestalteten.
Im Statistischen Landesamt hat Frau Paulus zunächst in der Sozialstatistik und später im Bereich Handel und Verkehr gearbeitet. Seit Anfang der 60er Jahre bis zu ihrem Ausscheiden nahm sie dann engagiert die Statistiken des Gesundheitswesens wahr. Zu Anfan g dieser Zeit waren die Statistiken des Gesundheitswesens eher betuliche Statistiken, in denen man einmal jährlich die Zahlen der Krankenhäuser und Ärzte, der Apotheken und der Todesursachen veröffentlichte. Sehr schnell jedoch entwickelten sich Fragen de r Gesundheit, der Verbesserung der Lebenserwartung, des Zurückdrängens von Krankheiten und der gesundheitlichen Vorsorge zu Themen, die von Öffentlichkeit und Politik stark beachtet wurden. Frau Paulus hat durch eigene Arbeiten, Aufsätze und Zusammenstellu n gen, durch Kontakt mit Wissenschaftlern, Gesundheitsämtern und Sozialministerium zu den Fortschritten auf diesem Gebiet intensiv beigetragen. In Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern wurde bahnbrechend ein Krebsregister Baden-Württemberg aufgebau t, das wesentliche Erkenntnisse über den Verlauf dieser bösartigen Krankheiten ermöglichte. Ihre Aufsätze - beispielsweise über die längerfristige Entwicklung der Todesursachen in Baden-Württemberg, über die Säuglings- und Müttersterblichkeit, über regiona le Unterschiede in der Sterblichkeit, über die Tuberkulose und viele andere Themen vermittelten den Gesundheitsverwaltungen und der Politik wichtige Hinweise für politisches und gesundheitspolitisches Handeln. Daß wir in Baden-Württemberg auf vielen Gebiet en des Gesundheitswesens große Fortschritte erzielen konnten, ist mit der unermüdlichen und fleißigen Arbeit von Frau Paulus zu danken.
Doch wäre eine Darstellung nur der bedeutenden statistischen und wissenschaftlichen Arbeiten von Frau Paulus letztlich einseitig. Sie war auch eine geschätzte und liebenswerte, stets hilfsbereite Kollegin. Es ist unvergeßlich, wie man sich mit ihr nicht nu r über Fragen der Statistik und der Gesundheit, sondern ebenso auch über Kunst, Kunstgeschichte oder - besonders engagiert und sachkundig - auch über die Geschichte unseres Schwabenlandes unterhalten konnte. Wir werden Frau Paulus, ihre guten Arbeiten, ab e r auch die geschätzte Kollegin, in gutem Andenken behalten.
Ich persönlich bin seit 1960 im Statistischen Landesamt - heute gehöre nun ich schon zu den Älteren. Ich habe Frau Paulus schon früh kennengelernt, doch waren wir zunächst auf unterschiedlichen Gebieten tätig. Später aber arbeiteten wir im gleichen Referat Bevölkerungsstand und -bewegung, Gesundheitswesen. Im Rahmen dieses Referats war ich mehr an Fragen der Geburten, Heiraten, Scheidungen und der Zu- und Fortzüge interessiert. Frau Paulus aber nahm den zunehmend gewichtigeren Teil Gesundheitswesen selbstän dig und engagiert wahr, man konnte sich voll auf ihre Arbeit verlassen. Bald spürte ich in unseren Gesprächen ihre breite Allgemeinbildung und ihr großes Interesse an Fragen der Geschichte und Kunstgeschichte - letztere interessierte mich weniger - und de r Landesgeschichte, und auf diesem Gebiet waren wir beide sehr interessiert. Ich war immer wieder fasziniert, was sie an interessanten Hintergründen und Einzelheiten auf diesem Gebiet wußte.
Eine Beerdigung ist immer ein Abschiednehmen. Doch muß man, gerade wenn man allmählich älter wird, einfach auch dankbar sein für die Menschen, mit denen man in gutem Einvernehmen ein Stück Weg gemeinsam gehen konnte und mit denen man gemeinsam und mit Erfo lg an Aufgaben arbeiten konnte.
Werner Paulus
Nun stehe ich also vor Ihnen auf der Kanzel und beginne mit der Predigt. Die Kanzel - vor Jahrhunderten ein Ort, der fast das Informationsmonopol hatte. Zu Zeiten Philipp Matthäus Hahns wurde hier nicht nur die Predigt gehalten; es wurden auch die amtliche n Bekanntmachung von dieser Kanzel aus getan - zum Altar ging man damals nicht. Es wurde auch der Kartoffelanbau besprochen; denn es gab keine andere Möglichkeit, die Landwirte über etwas Neues zu informieren. Sozusagen alles, was ins Dorf an Informatione n hereinkommen sollte, kam über die Kanzel. Und heute?
Manchmal kommt es mir vor, als sei die Kanzel ein Stehplatz zwischen den Stühlen, zwischen allen Stühlen. Da ist doch ein Papstbesuch viel eindrucksvoller als die evangelischen Pfarrer auf ihrer Kanzel! Da sind doch fundamentalistische Richtungen viel eind eutiger als die Predigten der evangelischen Pfarrer, in denen ja bewußt auch etwas offengelassen, etwas Persönliches freigegeben wird, und man manchmal mehr offene Fragen mitnimmt als man mitgebracht hat. Da sind neugegründete Gemeinden und Kirchen, chari s matischer pfingstlerischer Richtung. Die sind viel dynamischer, da ist etwas los, da strömt man hin. Und da sind die geheimnisvollen Strömungen der östlichen Frömmigkeit, von denen etwa die griechische oder die russisch-orthodoxe Kirche etwas eingefangen h at. Und weiter hinten sind es dann östliche buddhistisch geprägte Richtungen, die auch bis in unser Land hineinwirken.
Und unter uns selber? Da sind unsere Konfirmanden, die sagen: Gottesdienst? Ganz nett, aber eine Predigt hören? Ich kann das einfach nicht - so lange jemandem zuhören. In der Schule kann ich das auch nicht. Da drehe ich weg, wenn so lange gesprochen wird v on vorne. - Die Medienfachleute sagen: 1 Minute, 30 Sekunden - das ist die optinale Hörlänge. - Die habe ich jetzt schon überschritten, bei weitem! - Dann muß etwas anderes kommen, ein 1.30iger Spot, so nennt man das.
Und mitten drin also immer noch die Kanzel? Immer noch die evangelische Kirche - geprägt von dem Satz, den die calvinistisch reformierte Kirche noch deutlicher geprägt hat als die Lutherische: Die Predigt des Wortes Gottes ist das Wort Gottes! Also nicht d as Wort im Buch, das ist die Voraussetzung dafür, daß gepredigt und gehört wird.
Das Augsburger Bekenntnis hat in seiner Mitte genau diese Aussage: Daß da eine Versammlung ist, in der das Wort Gottes recht verkündigt und dann natürlich auch gehört wird, und die Sakramente, Taufe und Abendmahl, recht begangen. Und diese Kirche hat, das steht im Mittelpunkt des Augsburger Bekenntnisses, die Zusage von Gott, daß sie immer bleiben wird. Das heißt nicht, daß sie immer genau diese Kirche bleiben wird. Das Schulzimmer, ein Zimmer in einer Beratungsstelle, ein Familientisch, ein Tisch in einem Wirtshaus-Nebenzimmer, an dem ein gutes Gespräch in Gang kommt, können genauso in diesem Sinne zur Kanzel werden, wo von Mensch zu Mensch ein solches Reden und Hören aus dem Geist Gottes geschieht. Die Kanzel bleibt aber ein zentrales Symbol eben dieser Ki rche, von der es heißt - und nun lese ich zum erstenmal einen Satz vor, es werden nicht viele, einen Satz aus dem Augsburger Bekenntnis, wie es am 25. Juni 1530 übergeben wurde:
Es wird auch gelehret, daß alle Zeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente krafts des Evangelii gereicht werden.
Und dann kommt auch gleich die große Breite und Beweglichkeit dieser Kirche mitgesagt. Da kann dort die Messe sein, hier der Predigtgottesdienst und dort ein Gesprächskreis. Es heißt hier:
Dies ist genug zur wahren Einigkeit der christlichen Kirchen, daß sie einträchtig nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht haben. Und ist nicht Not zur wahren Einheit der christlichen Kirche, daß a llenthalben gleichförmige Zeremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie nämlich Paulus, Epheser 4, spricht: Ein Leib, ein Geist, wie ihr auch berufen seidzu einerlei Hoffnung eures Berufs, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.
Damit ist auch schon gesagt, wer diese Kirche in den Kirchen ist, diese eine heilige christliche Kirche des Glaubensbekenntnisses. Sie ist da in all den vielen Kirchen und Konfessionen quer durch. Keine dieser Konfessionskirchen kann sagen: Wir sind es! - Jede muß wissen: Wir sind eine große Familie. So war es übrigens schon zur neutestamentlichen Zeit. Auch da lief alles breit auseinander. Einheit hieß immer - Einheit, wie es heute in der ökumenischen Bewegung heißt - in versöhnter Verschiedenheit, wo man die Verschiedenheit der anderen akzeptiert, aber immer dazugesagt, in konziliarer Gemeinschaft, d. h. die Verantwortlichen der Kirche müssen sich gegenseitig als Amtsträger eben dieser Kirche anerkennen, sind gehalten, in Gemeinschaft miteinander ihre jewe iligen Kirchen zu leiten. Einheit in versöhnter Verschiedenheit und in konziliarer Gemeinschaft.
Diese Kirche ist - auch das wissen die Verfasser des Augsburger Bekenntnisses - durchaus eine menschliche Organisation. Wenn es heißt die heilige christliche Kirche heißt es nicht, die Leute, die in ihr das Sagen haben, sind fehlerlos. Wir lesen einen Arti kel weiter:
Wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anderes ist, als die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falsche Christen und Heuchler, auch öffentliche Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Sakrament glei chwohl kräftig, obschon die Priester, durch die sie gereicht werden, nicht fromm sind.
Also, sogar der Fall, daß im Grunde Ungläubige oder in schwerer Schuld lebende Menschen Verkündiger sind oder die Sakramente spenden, hindert nicht, daß Christus durch sein Wort zu den Menschen redet und durch Taufe und Abendmahl seine Gnade spendet. Das s oll nicht heißen, daß das verharmlost wird, daß das egal ist, ob das nun gute oder böse Menschen sind; es soll nur das ehrliche Bekenntnis dazu sein, daß wir alle Sünder sind und bis an unser Lebensende ein großes oder noch größeres Stück in Sünde und Sch u ld verstrickt sein werden und doch voller Zuversicht einander das Wort Gottes sagen und es voneinander hören dürfen.
Den Papst habe ich schon erwähnt. Man muß ja in diesen Tagen zwangsläufig an ihn denken und von ihm sprechen. Die Frage der Ämter in der Kirche wird im Augsburger Bekenntnis ganz offen behandelt. Da kann es Bischöfe und Papst geben - warum nicht? Aber die Grundlage muß klar sein. Der kirchliche Apparat, die kirchliche Hierarchie, hat keinen Eigenwert. Die Nachfolge der Apostel ist nicht dadurch gesichert, daß man sagen kann, wir haben das immer durch Handauflegen weitergegeben, sondern kurz und bündig im 14 . Artikel des Augsburger Bekenntnisses:
Vom Kirchenregiment wird gelehrt, daß niemand in der Kirche öffentlich lehren oder predigen oder Sakrament reichen soll ohne ordentliche Berufung.
Die Kirche selber, die Gemeinde in ihren vielen Formen, organisiert auch in größeren Körperschaften wie etwa den Landeskirchen, hat die Aufgabe, geeignete Menschen heranzuziehen, zu finden, sich zu fragen, ob sie die Gaben dafür haben, und sie dann gemäß i hren Gaben in die jeweiligen Ämter einzusetzen. Das gilt für alle Ämter. Luther hat gesagt: Durch die Taufe sind wir schon zu Priestern und Bischöfen geweiht, aber wir werden es natürlich erst dadurch, daß die Kirche, daß die Gemeinde uns dazu einsetzt, d a ß sie an uns die jeweiligen Gaben erkennt. Deswegen werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gemeinde eingeführt, damit man weiß: Die Gemeinde ist es, die in die Ämter beruft. Trotzdem steht der Amtsträger oder die Amtsträgerin in einer gewiss en Unabhängigkeit zur Gemeinde. Das hat auch etwas Gutes, daß nicht alle paar Sonntage darüber abgestimmt wird, ob einem diese Predigten noch gefallen; man würde sonst wahrscheinlich honigsüß predigen. Manchmal muß etwas, was man sagt, auch ein bißchen säu er licher klingen. Diese Freiheit hat etwas Gutes, aber dahinter muß klar sein und bleiben: Gerufen in alle Ämter - von der Gemeindedienstfrau bis zum Landesbischof und zum Ratsvorsitzenden - wird man von der Gemeinschaft der Glaubenden, wird man von der K irc he.
Und nun kommt ein Punkt, der im Augsburger Bekenntnis ganz wesentlich ist, nämlich die Rede vom Staat und der Gesellschaft. Es heißt im Titel nach damaliger Begrifflichkeit Von der Polizei und weltlichem Regiment, aber in der lateinischen Fassung ganz eind eutig von den weltlichen, von den bürgerlichen Angelegenheiten De rebus civilibus. Und das ist ein entscheidendes Merkmal der Kirche, daß sie weiß, mit der Sprache Luthers gesprochen: Gott hat zwei Hände. Er handelt durch die eine Hand, mit der gibt er se i n Wort der Gnade in Predigt, Bibelarbeit, Taufe, Abendmahl, und er regiert mit der anderen seine Menschheit, weil er nicht möchte, daß sie untergeht in ihrem Chaos, in ihren aggressiven Antrieben, in ihrem Egoismus. Und von daher sind alle gesellschaftli ch en und staatlichen Einrichtungen eine gute Gabe Gottes - von der Regierung über den Gemeinderat bis zum Stand der Ehe. Weltliche, gute Gaben Gottes gegen unsere menschlichen, zerstörerischen Antriebe gerichtet. Deswegen dürfen zwei Dinge nicht sein: Es dar f zum einen nicht sein, nach dem Augsburger Bekenntnis, und das wird ausgeführt hier, daß Christen sich aus der Welt zurückziehen. Es heißt nachher: Diejenigen lehren falsch, man soll alles liegen- und stehenlassen und fortgehen. Das schließt nicht aus , da ß einzelne Christen oder ganze Gruppen einmal von Gott die Berufung haben, alles stehen- und liegenzulassen und sich einer besonderen Berufung zuzuwenden. Aber es darf nicht zum Normalfall gemacht werden oder als wertvoller hingestellt werden gegenübe r dem , daß wir uns in unserem ganz normalen gesellschaftlichen Leben im kleinen und großen bewähren - das ist der Normalfall. Und das heißt auch, daß die Vernunft, die staatliche, die politische, die wissenschaftliche, die gesellschaftliche Vernunft von G ott ih r eigenes Recht hat - das wehrt jeden Fundamentalismus ab. Fundamentalisten versuchen ja, aufgrund festgelegter religiöser Sätze das weltliche Geschehen zu normieren und den gesunden Verstand auszuschalten. Das darf nicht sein - sagt das Augsburger Bekennt nis. Für Luther und die Seinen war entscheidend: Gott wirkt in seinem Wort zur rechten, aber er wirkt auch im Staat zur linken Hand - und beides gehört zusammen. Das ist auch eine Selbstbegrenzung der Kirche. Wir brauchen nicht das ganze gesellscha ftliche Leben zu verkirchlichen; wir haben es zu durchdringen mit den Evangelien und ihm zugleich sein natürliches Recht zu lassen.
Ein letzter Punkt, der ganz wichtig ist. Es gehört zu den markanten Wendepunkten im Leben Martin Luthers, den ich jetzt - obwohl er am Augsburger Bekenntnis nicht beteiligt war - immer wieder herhole; denn schließlich ist es ja sein Gedenkjahr, das wir ger ade haben. Luther war ja auf der Wartburg und hat das Neue Testament übersetzt, als Junker Jörg inkognito, in höchster Gefahr also, sollte und durfte er die Wartburg nicht verlassen und hat es doch getan. Er ist nach Wittenberg gegangen und hat seine Kanz e l erstürmt und im Zorn gepredigt. Warum? Kaum mehr jemand weiß es heute: weil die Bilderstürmer in Wittenberg angekommen waren, und weil er sagen wollte: Das darf nicht sein! Die Bilder dürfen nicht aus den Kirchen hinausgeworfen werden. - Das erstaunt. Ma n denkt doch, in einer Kirche des reinen Wortes sind Bilder höchstens Nebensache. Wir wissen vielleicht, daß vor dem Ulmer Münster damals ein ungeheurer Scheiterhaufen von zusammengeschlagenen Altären aus dem Ulmer Münster errichtet und abgebrannt wurde . A n anderen Orten war es ähnlich. Luther sagte: Das darf nicht sein! Denn auch die Bilder sind eine Form, wie Gott zu uns spricht! Das hat seinen Platz in der Kirche. - Das war ihm wichtig! Und er sah das Chaos ausbrechen, wenn die Bilder heruntergerisse n un d zerstört werden. Wichtiger aber noch als die Bilder war ihm die Musik. Komponiert hat er nicht viel, das hat er meistens anderen überlassen. Aber bekannte geistliche Volkslieder eingerichtet, sie mit weiteren Versen versehen hat er in großem Maß. Un d er liebte die Musik und auch als vielbeschäftigter Mensch hat er viel Musik betrieben. Ihm verdanken wir es, daß in unseren Kirchen neben Kanzel, Altar und Taufstein vor allem auch Orgel und Chorplatz eine wesentliche Stelle einnehmen, daß die evangelisc he Ki rche im Ausstrahlungsbereich Luthers vor allem auch eine singende und musizierende Kirche geworden und geblieben ist und hoffentlich auch bleibt. Und damit kündige ich schon an, was jetzt geschieht - es paßt auch zum vorhergehenden Punkt: Wir singen jetzt mit dem Chor ein weltliches Lied von Martin Luther, das volkstümliche, aber von ihm gedichtete Lied der Frau Musica Die beste Zeit ist mein..... - Amen!
Von Magdalena Paulus
Ich habe meine guten Gründe zu dem, was ich tue: vor allem das Seelenheil meiner Kinder. Denn der Mensch und besonders junge Leute müssen eine Freude haben. Läßt man sie nicht das lernen, was ihnen Freude macht, so suchen sie andere Freuden, sinnliche, im Anfang unschuldige, aber es kommt dann bald an das sinn ein hinzu, es werden aus den sinnlichen sündliche Freuden. Und so gehen sie dann verloren.1
Als Beate Paulus dies im Frühjahr 1817 ihrer ältesten
Tochter Beate bekennt, herrscht in ganz Deutschland Hungersnot und
auch die wirtschaftliche Situation im Haushalt des Pfarrers Karl
Friedrich Paulus ist verzweifelt. Mit ihren Worten begründet die
Mutte r jedoch, warum sie weiter fest entschlossen ist, allen ihren
Söhnen ein Studium zu ermöglichen. Damit bringt die am 8.
Januar 1778 geborene Beate Eleutherie Hahn auch mehr als den
unbedingten Wille zu akademischer Bildung zum Ausdruck. Vielmehr
knüpft si e eine Verbindung zwischen der geistigen Bildung
einerseits und dem ewigen Heil andererseits. Nur daraus entspringt
für sie die echte Freude, die den Menschen gegen
selbstzerstörerische Verführungen, gegen die Sünde,
immunisiert. Ihre Äußerung wirft Licht a uf drei prägende
Elemente, die Beates ganzes Leben durchziehen, die auf ein gut
entwickeltes, gesundes Selbstwertgefühl schließen lassen.:
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ihre tiefe Verwurzelung im Pietismus; |
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die hohe Einordnung akademischer Bildung für ihre Kinder und deren Verflechtung mit dem christlichen Glauben; |
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ihren festen Willen; erkennbar an ihrer Überzeugung - wenn auch nach Gebet und gründlicher Selbstprüfung - recht zu haben. |
Wie ist Beate nun zu diesen Charaktermerkmalen gekommen?
Beates Prägung kann nur zum Teil auf die unmittelbare Einwirkung ihres Elternhauses und des Vaters Philipp Matthäus Hahn (1739 - 1790) zurückgeführt werden. Es kann nicht hoch genug bewertet werden, daß sie dort lediglich sechs ihrer ersten neunzehn Lebens jahre verbrachte. Beim Vater war Beate nur von ihrem ersten bis dritten Lebensjahr, nämlich bis 1781, als er die neue Pfarrstelle in Echterdingen antrat, und dann die drei Jahre bis zu seinem Tod 1790, also von ihrem neunten bis zwölften Jahr. Von ihrem d r itten bis neunten Lebensjahr lebte sie bei ihrem Großvater, dem Vater ihrer Mutter, Johann Friedrich Flattich (1713-1797) in Münchingen. Zu ihm kehrte sie nach dem Tod des Vaters für die nächsten sieben Jahre zusammen mit ihrer Mutter zurück. Deshalb dar f man bei Beate durchaus von zwei Elternhäusern sprechen, die beide eine persönlichkeitsprägende Wirkung auf sie ausübten. Mit großer Sicherheit war jedoch der Einfluß des Großvaters Flattich entscheidend für die Verfestigung und Ausgestaltung ihres Wesens .
An ihrer Verwurzelung im Pietismus hatten beide Elternhäuser großen Anteil. Sowohl der Großvater Flattich wie seine Tochter Beate Regina, Beates Mutter, als auch der Vater Philipp Matthäus Hahn lebten aus der unmittelbaren Anwendung des Wortes Gottes auf a lle Alltagsprobleme, entnahmen der Schrift ihre Lebensordnung und wußten sich von Gott zu lebendigem Handeln berufen.
Der Vater Philipp Matthäus Hahn
Den Vater hatte Beate von ihren jüngsten Tagen als patriarchalischen Mittelpunkt des großangelegten Pfarrhaushaltes erlebt. Seine systematische Denkweise begabte ihn einerseits zu seinen theologischen Arbeiten, deren Veröffentlichung Beate später zu ihrer Lebensaufgabe machte. Zum anderen hatte diese analytische Begabung ihn zum genialen mathematisch-technischen Forscher gemacht und zum Konstrukteur astronomischer Uhren, Rechenmaschinen und Waagen. Gäste, auch prominente wie der württembergische Herzog, der österreichische Kaiser Joseph II. und Goethe2,kamen von weither, um sich mit dem Vater über theologische und naturwissenschaftliche Themen auszutauschen. Über den Vater war sie also eingebunden in ein Netzwerk geistig reger, weltgewandter und weltoffener Menschen, das sich über den ganzen deutschsprachigen Raum erstreckte.
Ihrem Vater blieb Beate ihr Leben lang gefühlsmäßig verbunden. Ihr Sohn und Biograph Philipp Paulus weiß zu berichten, daß sie noch im höchsten Alter mit Begeisterung von seinen Abendgottesdiensten redete. Sein ganzes Wesen war ... ganz erhöht und sein edl es Angesicht wie verklärt. Ein wunderbarer Glanz lag auf seiner hohen Stirne und strahlte aus seinen klaren Augen3.. Ihr war er als erstem Mädchen nach vier Söhnen aus erster Ehe auch besonders zugetan. Bis ins hohe Alter erzählt Beate ihren Kindern noch v on seinen Worten Da, Mädchen, mit denen er den Rest seines Morgenkaffees mit ihr zu teilen pflegte.4 So betrachtete sie den Vater weit über seinen Tod hinaus - besonders aufgrund der Beschäftigung mit seinem theologischen Nachlaß - als ihr geistliches Vo rb ild und ihren Leitstern.
Doch Hahn vereinigte in sich nicht nur die Licht-, sondern auch die Schattenseiten eines Genies. Auch wenn er ein äußerlich sehr bescheidener Mann war, der sich mit einem äußerst genügsamen Mittagessen aus nichts als Sauerkraut und Spätzle begnügen konnte5 , so war doch der gesamte Tagesablauf des großen Haushalts ganz und gar auf seinen Rhythmus abgestimmt. Von seiner Frau, den Kindern und seinen Gehilfen bei den mechanischen Arbeiten erwartete er, daß sie seine Anweisungen peinlich genau und widerspruchsl o s befolgten. Wenn nicht, sah er darin einen Verstoß gegen seine Gebote.6
So wird Beates beinahe verklärte Sicht des Vaters vor allem auf den Einfluß ihrer Mutter, Beate Regina, zurückzuführen sein, die es gelernt hatte, sich mit Hahns teilweise schwierigem Wesen zu arrangieren und das Andenken des Vaters vor ihren Kindern unbef leckt hielt7.. Beate Regina war es ja, die das Erbe ihres Mannes so hoch schätzte, daß sie sich die Drucklegung seiner Predigten und Texterklärungen zur Aufgabe machte. Bei der Verfassung der Reinschriften aus Hahns unleserlicher Handschrift half ihr in d e r Münchinger Zeit schon Beate, also zwischen ihrem zwölften und neunzehnten Lebensjahr.8
Johann Friedrich Flattich - der Salomo im Bauernrock
Wie der Vater Philipp Matthäus Hahn gehörte der Großvater Johann Friedrich Flattich zu den herausragenden Gestalten des württembergischen Pietismus. Der Großvater zog mit seinen Predigten nicht weniger auswärtige Besucher an9als der Vater, jedoch kamen bei diesen Männern ganz unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen Eigenschaftenzum Vorschein.
Welche Einflüsse wirkten nun auf Beate beim Großvater Flattich ein, die in ihrem eigenen Elternhaus in dieser Form nicht vorkamen? Den Salomo im Bauernrock nannten ihn seine Zeitgenossen. Gegen die gekünstelte, verdrehte, sentimentale, gezierte und pomadis ierte Zeit des ausgehenden Rokoko stach er unverwechselbar mit seiner kräftigen, überraschenden und ureigentümlichen Frische und Lebendigkeit ab. Je steifer und verschnörkelter der Hintergrund, desto mehr trat seine schlichte und gerade, ungekünstelte,und naturwüchsige Art hervor samt seinen abgetragenen Kleidern, dem ungepuderten Haar, seinem gepfefferten und gesalzenen derben Humor10.
Seine Schlagfertigkeit und sein Mutterwitz, aber auch seine bewußte Entscheidung zu einem bescheidenen, unaufwendigen Lebenswandel leuchteten gerade dann auf, wenn ihn sein Münchinger Schloßherr, General Freiherr von Harling zur Tafel lud, besonders wenn O ffiziere und andere Hohe Gäste zu Besuch waren (Hagen S.70 o). In seinen Hausregeln berichtet Flattich selbst von seiner salomonischen Antwort, als er an der kostbar gedeckten Tafel gefragt wurde, warum das Personal heute so schlecht sei und soviel Verdru ß mache. Seine Haushaltsmaxime sei recht und schlecht, verkündete er. Seiner inneren Ausrichtung treu, begründete er diesen Grundsatz theologisch: Abraham habe keine mit goldeingefaßten Gläsern wie diese hier gehabt. Wenn nun ein Bedienter ein solches Glas zerbreche, gebe es viel Ärger. Deshalb sei es besser, wenn man nur ein schlechtes Glas für einen Kreuzer habe. Da habe es nicht viel zu sagen, wenn es zerbrochen werde11 .
Wahlspruch Recht und schlecht
Recht und schlecht - diese Maxime lernte auch Beate im Hause des Großvaters kennen, der ganz andere Prioritäten hatte: Das Notwendige geht allem vor. Danach ... kann man auf das Nützliche bedacht sein. Und zuletzt kommt erst das Schöne12. Die praxisnahe un d barmherzige Konsequenz dieser Reihenfolge erkennt man an seiner Brockenordnung: Christus habe seine Jünger nach der Brotvermehrung nicht angehalten, alle Brosämlein aufzuheben, sondern nur die Brocken. Sonst wären sie lange nicht fertig geworden. Für di e Haushaltung bedeutet das für Flattich: Wenn daher Frauen einen großen Haushalt haben, pflege ich ihnen zu sagen, sie sollen es nicht zu genau nehmen, sondern nur allem einen Stoß geben.13
Wie sehr Beate diese Haltung verinnerlichte, erscheint auch in ihrem schriftlichen Vermächtnis von 1841 über den Vorrang der geistlichen Aspekte in der Kindererziehung. Dort ruft sie die Eltern auf, die Kinder vor dem Hang zum Eitlen, zum Vergänglichen, zu bewahren und fährt fort: Mein Großvater Flattich von Münchingen hatte diese Regel, man soll nicht viel brauchen, damit man nicht viel erwerben müsse, damit einem auch noch Zeit übrig bleibe, für seine Seele zu sorgen ... daß man zuerst für ihren (der Kind er) inneren Menschen sorgen müsse, daß der Geist Gottes in ihren Herzen wohnen könne...14.
Flattich - der gottbegnadete Erzieher
Seinen größten Ruhm hat Flattich sich als gottbegnadeter Erzieher und großes pädagogisches Talent seiner Zeit erworben. In seinem Haus lebten immer einige junge Männer in Kost und Logis - bis zu sechzehn gleichzeitig15, im Laufe der Jahre wohl mehr als 200 16 - die Flattich auf das Studium vorbereitete. Er hatte eine eigene Methode entwickelt, die man als programmiertes Lernen bezeichnen könnte. Für jedes Fach gab es von ihm verfaßte Unterrichtsbriefe, in denen die Lektionen und Übungen stufenweise aufeinan d er folgten, so daß den Schülern das selbständige Erarbeiten des Stoffes im eigenen Tempo möglich war17. Auch Beate hat diese jungen Kostgänger, die oft als schwererziehbar galten18, im Haushalt des Großvaters mitversorgt. Zusammen mit diesen Zöglingen ge no ß Beate eine Erziehung und Ausbildung, die ihr das Hahn'sche Elternhaus in diesem Umfang wahrscheinlich nicht geboten hätte. Denn Gedanken zur Erziehung und Zukunft seiner Söhne oder gar der Mädchen finden wir bei Hahn nicht; dazu blieb ihm auch keine Z eit .
Flattichs erklärtes Erziehungsziel bestand jedoch nicht zuerst in der Vermittlung von Prüfungswissen. Wichtiger war ihm die Rettung der ihm anvertrauten Zöglinge, ihre Formung und Besserung. Er sah den Menschen ganzheitlich: Verstand, Wille und Herz sollte n gebildet19werden ebenso wie der Körper20. Ganz gegen die Gepflogenheit seiner Zeit wandte er deshalb keinen Drill an oder das was man für gesellschaftlichen Schliff hielt. Als einer seiner Zöglinge auf die Hohe Karlsschule überwechselte und in Religion a ngeblich zu wenig unterrichtet war, erwiderte Flattich, es komme nicht darauf an viele Sprüche und Gesänge auswendig (zu) lernen, damit sie in den Prüfungen wohl bestehen und in den Gesellschaften gut davon reden können. Weil aber die Religion auf die Be ke hrung des Herzens gehen soll, so halte ich für den besten Unterricht..., wenn man ... junge Leute von dem Hochmut abhält und zur Demut anführt, und ihnen mit gutem Beispiel vorangeht, daß sie lernen Liebe üben und demütig sein vor Gott.21
Um dieses Ziel zu erreichen, kannte Flattich keine Methode. Er sah in jedem Menschen das Individuum. Zur Hilfe kamen ihm dabei seine intuitive Menschenkenntnis, die ihn oft auf den ersten Blick erkennen ließ, was in einem Menschen steckte22und seine ausgez eichnete Beobachtungsgabe. Flattich war also Empiriker. Hatte er bei einem Zögling keinen Erfolg, so änderte er sein Vorgehen23. Als er feststellen mußte, daß mancher seiner Schüler durch Schläge verstockt und ablehnend wurde, quälte er sich später mit un e ndlicher Geduld und Liebe ab, bis im Herzen des Zöglings das Eis gebrochen war,24 denn ich habe erfahren, daß man von der Liebe fast soviel als vom Brot lebt.25
Davon berichtet auch eine der zahlreichen Anekdoten: Ein Oberamtmann brachte ihm einen schwererziehbaren Sohn, mit dem er schon alles probiert hatte: unbarmherzige Schläge, tagelanges Einsperren, Essensentzug. Sonst nichts? fragte Flattich habt ihr denn fü r Euren Sohn nicht auch gebetet? Als der Vater erwiderte, an dem Sohn sei Hopfen und Malz verloren, entgegnete Flattich: Ich will für ihn und mit ihm beten. Er hielt Wort, und mit dem jungen Menschen wurde es besser.26
Beate lernte von ihrem Großvater also eine Erziehung, die auf die ganzheitliche Formung des Charakters ausgerichtet, in der pietistischen Ethik gründete und sich vornehmlich auf Liebe, Gebet und das eigene Vorbild stützte. Das prägte sie und wurde grundleg end für ihr eigenes Erziehungskonzept. Eine lebendige Anschauung dafür vermittelt ihr erwähntes Vermächtnis. Mit der Kritik am herrschenden Zeitgeist ruft sie alle Eltern auf, ihre Kinder nicht im Weltgeist zu erziehen (Verbergung vor dem Zeitgeist), für s ie zu beten, um sie vor schädlichen Einflüssen zu bewahren und sie ins Wort Gottes mit Ernst und Eifer hinein(zu)führen.27
Beates persönliches Vorbild war dabei ihr Großvater. Er war der Prototyp des Menschen, den wir heute mit dem modernen Begriff sozial kompetent bezeichnen würden. Erziehung durch Vorbild war seine natürliche Begabung, die bei ihm zur völligen Ausreifung kam , da er sie ganz seinem Gott in den Dienst stellte. Sein eigentliches Geheimnis war seine Persönlichkeit, die, in einer tiefen und unmittelbaren Gottesbeziehung verankert, Menschen überzeugte und die jungen Leute durch das eigene Vorbild, durch Liebe und G ebet zum Besseren veränderte. Dieses Geheimnis lernte Beate bei ihm kennen.
Flattich - der Schüler des himmlischen Erziehers
Wie wurde Flattich nun zu einer Persönlichkeit, die ihn zu einem herausragenden Erzieher machte und Beate dadurch nachhaltig formte? Drei Dinge sind bezeichnend, deren Ursprung man sämtlich in seiner pietistischen Prägung finden kann:
. seine Selbsterziehung.
Flattichs Menschenkenntnis wurde schon erwähnt. Sie war jedoch nicht nur intuitiv, sondern verfeinerte sich im Lauf seines Lebens durch seine Beobachtungen, die die Abgründe seines eigenen Herzens mit einschlossen. Flattich fürchtete sich nicht vor der Sel bsterkenntnis. Hier war er fest im Pietismus verwurzelt. Die Besserung des eigenen Wesens, die Heiligung, ist eines der erklärten Ziele des Pietismus, und war, wie wir gesehen haben, auch Flattichs Erziehungsziel. Voraussetzung dafür ist jedoch gründliche Selbsterkenntnis.
Diese kritische Distanz zu sich selbst gründet bei Flattich in echter Demut und seiner unbedingten Bindung an die Schrift. So sah er sich selbst niemals als Herr und Meister, sondern als Schüler und Zögling unter der Hand Gottes. Bei ihm war er der unabläs sig Lernende28. Deshalb war ihm die Schrift Maßstab für die lebenslange Korrektur seines eigenen Wesens. Er ließ sich vom Wort Gottes auch dann korrigieren, wenn es nicht aus dem Munde eines studierten Theologen kam.
Ein Beispiel dafür ist seine Reaktion, nachdem er 1760 in seiner neuen Gemeinde in Münchingen zum ersten Mal an einer pietistischen Privaterbauungsstunde teilgenommen hatte. Seine Frau hatte gemeint, als Pfarrer könne er von den schlichten Bauersleuten nic hts lernen. Frau, sagte er nachher, bei mir muß es ganz anders werden, wenn ich Pfarrer in Münchingen bleiben will. Diese einfachen Leute haben den Sinn des Wortes Gottes viel besser begriffen als ich29. In der Folgezeit entwickelten beide ein lebenslange s herzliches Verhältnis zu diesen Kreisen, wollten sie doch in ihrem Christentum vorwärts kommen. Denn Flattich sagte über sich: Das meiste habe ich mit mir selber zu tun; denn wenn mein Herz in der Unordnung ist oder wenn ich mich gar verzehre, so gibt so l ches eine Konfusion in mein ganzes Haus.30
Diese Selbsterziehung, gegründet in eigener oder fremder Erkenntnis aus dem Wort Gottes, war für Flattich also die Voraussetzung zur Erziehung anderer31. So ist es verständlich, daß Beate in ihrem schriftlichen Vermächtnis hervorhebt, daß es entscheidend i st, daß die Eltern den Weg selbst gehen, auf den sie ihre Kinder führen möchten.32
Der selbständige Umgang mit der Schrift
In der Umgebung Flattichs prägte sich bei Beate dazu ein besonderes Kennzeichen des Pietismus aus: die Verwirklichung des Priestertums aller Gläubigen mit der Fähigkeit, aus der Bibel auch als Nicht-Theologin unmittelbar Anleitung, Trost und Wegweisung für ihr tägliches Leben zu finden.Beim Großvater, dem großen Pädagogen, lebte Beate in einer Atmosphäre, die zum Selbststudium ermutigte und anleitete. Dies lag auch an der Prägung, die Flattich seinerseits erfahren hatte. Zutiefst verehrte er seinen Lehrer, den großen württembergischen Pietisten und Kirchenvater Johann Albrecht Bengel (1687-1752), bei dem er in Denkendorf Theologie studiert hatte33. Bengel war der Verfasser des bis heute bekannten Gnomon novi testamenti, einem Kommentar zum Neuen Testament. F lattich stelle daraus sogar eine Pastorale zusammen, ein Handbuch für den Pfarrdienst34. Dieser Gnomonwar nicht nur ein entscheidendes Hilfsmittel zum Verständnis der Bibel, sondern hatte eine besondere Stärke, die sich organisch in das pädagogische Konze p t Flattichs einfügte: Er führt den Leser zum selbständigen Verarbeiten des biblischen Textes35. Flattich jedenfalls las viele Jahre nur noch in der Bibel und in Bengels Gnomon36. Im Haus des Großvaters werden sowohl die Zöglinge als auch Beate mit Gnomon i n Berührung gekommen sein.
Eine lebendige Anschauung dafür, wie selbstverständlich für Beate die unmittelbare Anwendung biblischer - auch alttestamentlicher Texte - war, vermittelt ihr erwähntes Vermächtnis. Sie zitiert dort eine Fülle alttestamentlicher Gestalten: Mose und seine Mu tter (die sie sich übrigens als Vorbild nahm), die Tochter des Pharao, Abraham, Daniel, Kain und Abel, Noah und Eva. Aus deren Glauben oder Ungehorsam und aus deren zeitbedingten Entscheidungen deutete Beate ihre eigene geschichtliche Situation.37
Dieser selbständige Umgang mit der Schrift beschränkte sich bei Beate und den Pietisten damals wie heute allerdings nicht auf das persönliche Bibellesen. Beate erlebte schon im väterlichen Haushalt, wie sich Männer und Frauen aus der Gemeinde allabendlich im Pfarrhaus zum Abendgottesdienst versammelten, wo der Vater einen Bibelabschnitt auslegte38. Vater und Großvater waren als studierte Theologen und Pfarrer ja von Amts wegen zur Auslegung der Bibel befugt. Bei Flattich erlebte Beate aber in den Privaterba uungsstunden, wie einfache Bauern durch das persönliche Bibelstudium nicht nur zu Laientheologen, sondern zu Menschen mit tiefer Einsicht und Weisheit heranreiften.
Beate und die akademische Bildung
Doch nicht nur die Kenntnis der Bibel wurde Beate wichtig. Sowohl das Vorbild des Vaters wie des Großvaters hatten sie gelehrt, daß naturwissenschaftliche Bildung und ein lebendiger, praxisnaher Glaube sich nicht ausschließen. An der weitgefächerten Ausbil dungen ihrer Kinder (zwei Ärzte 512, 519, Apotheker 513, Salondirektor 514, Bergmann, Schriftsteller mathematischer und theologischer Literatur, Lehrer 515, Pfarrer 516)39 erkennen wir ihren weiten geistigen Horizont. Diese Weite verdankte sie auch ihrem V ater, der seinerseits als Vikar in Herrenberg entscheidend von dem Prälaten Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782) geprägt worden war. Für Oetinger waren die Erforschung der von Gott geschaffenen Natur und die Erforschung seines geoffenbarten Willens i n der Schrift - wie für Kopernikus und Newton - zwei Seiten ein und derselben Medaille. Beides gehörte zur Theologie: Alle Theologie, die natürliche wie die übernatürliche (geoffenbarte) ... hat die Ehre und Verherrlichung Gottes zum Ziel40.Daß der Glaube an den allwirksamen Gott und seine Erlösung in Jesus Christus zu einer verinnerlichten Weltabgewandtheit führen könnte, wie es dem Pietismus zuweilen vorgeworfen wird, lag deshalb außerhalb von Beates Erfahrungsbereich.
Ihr Großvater Flattich war darüber hinaus seiner Zeit nicht nur in der Erziehung und Einsichtsfähigkeit weit voraus. Er hatte auch ganz und gar unzeitgemäße, fortschrittliche Vorstellungen vom Wert und der Rolle der Frau, die Beate nachhaltig prägten. Ganz konsequent hatte Flattich seine Töchter daher in gleichem Umfang unterrichtet wie seine Schüler, die er auf den Eintritt in die Universität vorbereitete. Beates Mutter, Beate Regina, hatte zu Hause gründlich Latein, Griechisch, Hebräisch und Geometrie gel ernt, und zwar so, daß sie alle Fächer beherrschte die zum Examen auf die Universität nötig waren41. Ihr Ehemann Hahn hatte davon profitiert, indem er die Führung von Besuchern durch seine mechanischen Werke ganz seiner Frau, Beates Mutter, überließ.
Als nun in Münchingen der Großvater Beates Unterricht übernahm, lernte sie wie einst ihre Mutter mit den übrigen Kostgängern den Stoff, der unserem altsprachlichen Abitur entspricht und in ihrer Zeit im Grunde nur den jungen Männern vorbehalten war.
Die Mutter als Lehrerin der Kinder
Noch in anderer Hinsicht maß Beates Großvater der Rolle der Frau und Mutter eine große Bedeutung zu, die Beate ganz für sich übernahm, wie wir ihren Tagebuchaufzeichnungen und ihrem schriftlichen Vermächtnis entnehmen: Flattich sah die Mutter als erste Leh rerin der Kinder und zieht daraus - für seine Zeit geradezu revolutionär - den Schluß, in der deutschen Schule müsse größerer Wert auf die Ausbildung der Mädchen gelegt werden42. Dem Vater kommt nach seiner Auffassung zwar die Kinderzucht zu, also die Str e nge in der sittlichen Erziehung, obwohl Flattich feststellt, daß die wenigsten Väter über die Erziehung der Kinder nachdenken43. Seine ungewöhnliche Forderung hinsichtlich der Ausbildung der Mütter und der Unterrichtung der Kinder entnahm Flattich, seine r Art gemäß, dem biblischen Beispiel der Unterweisung des Timotheus durch seine Mutter Eunike und seine Großmutter Lois. Denn an seinen Schülern hatte er beobachtet, daß der Einfluß der Mutter in den ersten Lebensjahren entscheidend war für deren Lernfähig ke it. Deshalb sollten die Mägdlein etwas lernen ... damit sie mit der Zeit keine schlechten Mütter werden.44
Geradezu für unsere moderne Gesellschaft geschrieben scheint seine Bemerkung: Eine Mutter ist mehr zu Hause bei den Kindern als der Vater, und kann sich mehr mit ihnen abgeben; daher kommt es sehr viel darauf an, was Kinder für eine Mutter haben. Für das L ernen der Mädchen will Flattich sogar die Ausbildung in praktischer Haushaltung hintanstellen mit dem Argument, auch ein Handwerksbursche komme erst mit vierzehn Jahren in die Lehre. Damit steht Flattich völlig im Gegensatz zu seiner Zeit, die die Töchter hauptsächlich auf die Führung eines Haushalts vorbereiten will, wozu der Besuch der Volksschule mit den Fächern Lesen, Schreiben und Rechnen als vollauf genug angesehen wurde. Zu Hause sollten sie daneben noch das Kochen, Waschen, Nähen, Spinnen usw. erle r nen45. Flattich jedoch schloß: Man sollte die Töchter mehr zum Denken anhalten.46
Eigenständigkeit und widersprüchliche Rollenerwartungen
In der Entscheidung über geistliche und praktische Prioritäten traute Flattich den Frauen ihr eigenes Urteil zu und beeinflußte so auch Beate zur Eigenständigkeit. Denn nach dem Tod seiner Frau überließ er die Verwaltung seines Haushaltes ganz seinen Töcht ern, später auch Beate und ihrer Mutter. Darin war er das genaue Gegenteil seines Schwiegersohnes Hahn. Flattich gewährte den Frauen nun in großer Gelassenheit alle Freiheit, ohne dadurch seine Stellung als Hausvater bedroht zu sehen. In seinen Hausregeln schreibt er: Ein rechter Hausvater ist der, der nach dem Vorbild Christi den Spruch auszuüben sucht: Vater, nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe, der also nicht meint, seine Kinder, seine Frau und sein Gesinde müßten tun, was er wolle. Wenn schon manches gegen seinen Willen geschieht, bleibt er doch der Hausvater; er muß sich's nur gefallen lassen, das er zuweilen nichts gilt.47
Diese erworbene Eigenständigkeit - nicht nur in der Haushaltsführung, sondern darin, auch als Frau selbständig über Prioritäten entscheiden zu können, mag die Erklärung für manche Konflikte sein, die Beate später mit ihrem Ehemann und dessen Familie bezügl ich der Haushaltsführung auszutragen hatte.
Obwohl Beate neben ihren Studien auch noch umfangreiche häusliche Pflichten übernahm, nachdem die Magd ihrer Mutter gestorben war48, kann sie sich von ihrer Jugendzeit an nicht nur als die zukünftige Verwalterin eines ehelichen Haushaltes begriffen haben. Denn parallel dazu begann sie, ihrer Mutter bei der Abfassung der Reinschriften von den Manuskripten ihres Vaters Hahn zu helfen49. So kam zu dem Schulstoff gleich die praktische Anwendung analytischen Denkens hinzu. Dies und die systematische Ausbildung u nd individuelle Forderung Flattichs hatten ihren Horizont und ihre Interessen weit über diese zeitbedingte Rollenerwartung hinaus gespannt.
Dies muß Beate in jeder theologischen und wissenschaftlichen Diskussion eine selbstverständliche Sicherheit gegeben haben. Im Grunde verfügte sie damit über mehr als das notwendigste Rüstzeug, um in den gelehrten und schöngeistigen Gesprächen ihrer Zeit in den Salons der deutschen Universitätsstädten glänzen zu können.
Die Ehe mit Karl Friedrich Paulus
Als Beate Eleutherie Hahn am 24. April 1800 zweiundzwanzigjährig den 14 Jahre älteren Karl Friedrich Paulus heiratete, trat sie als charakterstarke und eigenständige Persönlichkeit mit einem festgefügten theologischen Weltbild in die Ehe ein. Beheimatet in der Tradition des Pietismus waren für die Tochter Philipp Matthäus Hahns und Enkelin Johann Friedrich Flattichs ein einfacher Lebensstil und ein intensives, den Alltag durchdringendes Glaubens- und Gebetsleben wesentliche Merkmale biblischen Christentums.
Der wohlwollende Stuttgarter Verwandtenkreis, der ihre Ehe mit Karl Friedrich arrangierte (Beates Onkel und Vormund, der Kirchenratssekretär Christoph Daniel Hahn und sein Schwager, der Landschaftskommissar Friedrich Römer sowie deren Ehefrauen), nahm dies jedoch nicht wahr. Ganz Kinder ihrer Zeit suchten sie bei Beate ein anderes Anforderungsprofil: Stand und Status mußten zueinander passen. Ihre Aufgabe war die Leitung eines standesgemäßen Haushaltswesen. Und wer wußte besser Bescheid über die Führung ein es Pfarrhauses als die Tochter und Enkelin zweier berühmter Pfarrer? Eine Rolle als Diskussionspartnerin oder gar intellektuellem Gegenüber ihres Mannes war nicht vorgesehen.
Trotz allem sind bei den Eheleuten Ansätze einer modernen Ehesicht zu erkennen, nämlich in der Auffassung, Eheleute müßten auch geistig und geistlich zueinander passen. Karl Friedrich soll zu ihrem Onkel gesagt haben, er wolle eine Frau, die er mit sich in den Himmel nehmen könne.50 Beate ihrerseits muß von dem Anforderungskatalog gewußt haben, den sich ihr Vater vor der Heirat mit ihrer Mutter aufstellte. In Punkt 4 sucht er eine Frau Die einen wahren göttlichen Sinn hat...51 Modern waren dann auch die Kon flikte und Fehler, die beide im Umgang mit ihrer unterschiedlichen Prägung machten - auch die Erwartung des einen, der andere werde sich seinem Wunsch entsprechend ändern. So hoffte Beate, das Karl Friedrich mit Gottes Hilfe noch das bekommen werde, was i h m nach ihrer Ansicht fehle.52
Spannungsfelder
Spannungsfelder ergaben sich einerseits dort, wo Beate von Flattich selbständiger erzogen worden war, als es die Umgebung jener Zeit erwartete: nämlich im eigenständigen Denken, in ihrem gefestigten Selbstwertgefühl über die Wichtigkeit ihrer Rolle als Chr istin, Frau und Mutter, in der Haushaltsführung und bei den gegensätzlichen Auffassungen zur Ausbildung der Kinder. Gesteigert wurden die Differenzen noch durch ihre unterschiedliche theologische Ausrichtung.
Karl Friedrich Paulus entstammte dem aufgeklärten Großbürgertum. Sein Vater, der vielbeschäftigte Schorndorfer Hofrat, überlies die Erziehung der Kinder seiner Frau, einer sehr gebildeten und für geistige Anregung sehr empfänglichen Dame, die für religiöse und philosophische Anschauungen jeglicher Ausprägung leicht zu begeistern war.53 In unserem Haus waren alle Religionen beisammen, erzählte Karl Friedrich später seinen Kindern.54 So kam es, das er einerseits mit Hochachtung von Beates Vater Philipp Matthä us Hahn sprach, den er persönlich kennengelernt hatte. Er hielt ihn für den größten Kanzelredner seiner Zeit.55Andererseits war Karl Friedrich durch sein Studium, insbesondere durch den Einfluß seines Schwagers und Vetters Heinrich Eberhard Gottlob Paulus an der Universität Jena, Anhänger des theologischen Rationalismus.56 Während Beate ununterbrochen aus den Schriften ihres Vaters schöpfte, hielt ihr Mann dessen Predigten für veraltete Maximen und Prinzipien, die durchzuarbeiten und zu veröffentlichen nic h t der Mühe wert seien. So begann sich der bis heute andauernde Konflikt der aufgeklärten Theologie mit dem Pietismus in jener Zeit bereits abzuzeichnen und reichte im Kleinen bis in die Ehe Karl Friedrichs mit Beate.
Sittliches Vorbild oder handelnder Gott?
Der theologische Rationalismus wollte für den Menschen der Aufklärung das Christentum mit den neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen in Einklang bringen. Dazu strich man jedoch alles, was dem Verständnis der damaligen Zeit zu widersprechen schien. Das Bild von Jesus als dem Erlöser, der für die Sünden der Menschen stellvertretend am Kreuz starb, verblaßte. Was blieb war Jesus als großer moralischer Lehrer, der für seine Ideen in den Tod ging.57Entsprechend war die Bibel für Karl Friedrich nur ein inter essanter Stoff, über den man nachdenken konnte, und eine reiche Quelle zur Belehrung und zur Erziehung des Volkes zu einem sittlichen Verhalten.58Allerdings hat die vom Rationalismus geprägte Theologie bis heute die Anfrage des Pietismus nicht zufriedenst e llend beantwortet, warum man ausgerechnet Christ sein müsse, wenn es bei der Religion nur um sittliches Verhalten gehe. Denn für Beate als Pietistin stellten die Bibel und das Gebet die persönliche Verbindung zum himmlischen Vater dar. Seine Verheißungen w aren für sie nicht bloßes historisches Material, sondern sie nahm sie für ihr persönliches Leben in Anspruch erlebte dann auch tatsächlich deren Erfüllung, wie zum Beispiel bei der Ausbildung ihrer Kinder.
Wie sehr sich diese unterschiedlichen Auffassungen auf die Praxis des Ehealltags ausgewirkt haben, erkennen wir an der Diskussion über die Geldbeschaffung für diese Ausbildung. Beate glaubte daran, daß Gott auch direkt in ihre ausweglose Situation eingreif en könne, also auch durch ein Wunder wider alle Vernunft.59 Für Karl Friedrich war dies anmaßend, ja abergläubisch: In seiner Versuchungsgeschichte bezeichnet Jesus seinen Jüngern auf das Bestimmteste die Grenze, innerhalb welcher sich auch ihr Wunderglau b e... halten sollte... sie vor einem unbescheidenen und unvernünftigen Wunderglauben zu warnen... In keinem Fall Wunder zu erwarten, wo die Gottheit ihre höheren Ziele gar nicht oder durch natürliche Mittel erreichen könne....60
Jedoch blieb Karl Friedrich diesem abstrakten, rationalistischen Gottesbild in der größten Not nicht treu, sondern wandte sich wie seine Frau Beate an den lebendigen Gott, der unmittelbar in das Leben eingreifen kann: Im Herbst 1811 erkrankte Beate, die mi ttlerweile sechs Kinder hatte, auf Leben und Tod. Als es am achten Tag zu Ende zu gehen schien, nahm Karl Friedrich die Kinder mit sich ins Studierzimmer. Er kniete mit ihnen im Kreise hin und flehte Gott an, er möge ihnen die geliebte Mutter lassen - er w isse wohl, daß er's nicht wert sei. Zurück im Krankenzimmer sahen sie die Mutter die Augen aufschlagen: Die Leute sollen nun fortgehen, sagte sie, ich sterbe nicht.61
Der Pietismus und das Erstarken des Individuums
Abschließend ist zu bemerken, daß Beate bei ihrem Großvater Johann Friedrich Flattich eine sehr praxisbezogene, ja anthropozentrische Seite des Pietismus kennenlernte: Für ihn und die Stundenbesucher ging es im Leben des Christen nicht nur um die rechte Er kenntnis der Schrift, sondern um die Umgestaltung des eigenen, inneren Wesens, des Charakters, entsprechend selbstgewonnener oder fremder Erkenntnis aus dem Wort Gottes (Heiligung), wie es sich dann auch in seinen Erziehungszielen widerspiegelt. Dieses Zi e l ist freilich ohne die bei Flattich zu findende Selbstbeobachtung und Selbstkritik nicht zu erreichen - sie beide sind Wesensmerkmale des Pietismus.
Sowohl bei Flattich wie bei seiner Enkelin Beate kam die positive Seite dieser Lebenshaltung zur Blüte: Durch Kampf und Selbstprüfung hindurch gelangten beide immer wieder zu neuer und tieferer Selbstgewißheit. Sehr schön kommt dies in Beates Worten zum Au sdruck, die dem Eingangszitat vorangehen. Was dort so selbstsicher klingt, war das Ergebnis einer durchrungenen Nacht. Fassunglos hatte Beate mit einem Brief ihres Onkels und ehemaligen Vormunds, dem Kirchenratssekretär Christoph Daniel Hahn, dessen offen e Kritik erhalten, sie wolle das Studieren ihrer Söhne mit Gewalt erzwingen. Doch am nächsten Tag erzählte sie ihrer Tochter: Ich habe mich geprüft, ob an der Beschuldigung etwas Wahres ist, ob etwa wirklich ein Eigensinn oder Hochmut dahinter steckt. Alle i n, ich habe gefunden, es ist nichts derart im Spiel, sondern ich habe meine guten Gründe zu dem was ich tue ...
Durch Kampf und Selbstprüfung vor Gott gelangten Beate und Flattich also zu tieferer Selbstgewißheit und damit zu einer neuen psychischen Haltung, in der ein spezieller Beitrag des Pietismus zum deutschen Geistesleben gesehen wird: nämlich eine bis dahin u nbekannte Befreiung des Individuums, die kulturell kaum zu überschätzen ist. Der Aufschwung der deutschen Dichtung im 18. Jahrhundert ist kaum zu denken ohne die durch die Selbstbeobachtung erworbene Formulierfähigkeit, diese auch in Worten lebendig werde n zu lassen,62 wie auch Beates Tagebücher belegen.
Persönliche Gewißheit, Autorität und politische Mündigkeit
Zwar ist mit dieser Betonung Heiligung im Pietismus, die auf Spener zurückgeht, ein subjektivistisches Element in die protestantische Orthodoxie eingedrungen, das auch bei Beate und Flattich seine Ausprägung findet. Es mag richtig sein, daß damit die Gefah r besteht, die große Wahrheit der Reformation, die Rechtfertigung aus Gnade allein, aus den Augen zu verlieren.63An Flattich und seiner Einschätzung seiner Stundenleute und an Beate ist jedoch zu erkennen, daß der Pietist dieser Gefahr nicht notwendig erl i egen muß. Vielmehr kann so auch ein formal ungebildeter Mensch zu tiefgründiger Selbst- und Menschenkenntnis sowie zu einem anders schwer zu erreichenden Selbstwertgefühl gelangen.
Von Flattich wissen wir: Über allen Gesetzen der Obrigkeit stand für ihn das Gesetz Gottes, das in Billigkeit, Liebe und Barmherzigkeit besteht: wenn die ,Billigkeit' durch die weltlichen Gesetze verletzt werde, so brauche der Christ nicht zu gehorchen. Fl attich praktizierte diese Überzeugung unerschrocken sowohl gegenüber der weltlichen wie der geistlichen Obrigkeit, wodurch er sich bei beiden nicht gerade beliebt machte.64
Schon an Luthers vergleichbarer Haltung Hier stehe ich, ich kann nicht anders! ist zu erkennen, daß die Gewißheit der persönlichen Beauftragung von Gott und das Wissen um ihn als letzte Autorität, vor der der Mensch sich einst zu verantworten hat, zu einer Unabhängigkeit von menschlichen Autoritäten führt. Jedoch gelangt erst im Pietismus mit seiner unmittelbaren Gottesbeziehung und damit einem neuen Weg zu persönlicher Gewißheit für jedermann zur Blüte, was die Reformation als Saatkorn enthielt: Der Mut de s Individuums, gegen weltliche Autoritäten zu eigenen Schlüssen und Entschlüssen zu kommen - zunächst im Schriftverständnis und dann auch in weltlichen und damit auch politischen Angelegenheiten.
Denn auch Beate wußte sich zuerst Gott verantwortlich. In der eingangs zitierten Episode mit dem Brief des Onkels Christoph Daniel Hahn kommentierte ihre älteste Tochter, daß sie sich sonst nicht viel aus dem Urteil anderer machte, und zu entgegnen pflegte : Es macht mir nichts, ich kann warten, bis Gott mich legitimiert. 65 An Beate, so unpolitisch sie sich auch gefühlt haben mag, sehen wir den Menschen des 19. Jahrhunderts auf dem Weg zur politischen Mündigkeit. In der Ausformung ihrer Person als Individu u m wird sie nicht nur ihren weiblichen Zeitgenossinnen, sondern auch der Mehrzahl der Männer voraus gewesen sein. So erstaunen die Lebenswege ihrer Kinder nicht, die allesamt innerlich unabhängige Menschen wurden. Als Beispiel für die politische Mündigkei t sei nur ihr Sohn und Biograph, der Salongründer Ernst Philipp Paulus (514) herausgegriffen, der 1870/76 als Vertreter Ludwigsburgs in den Landtag gewählt wurde.66
Philipp Matthäus Hahn (1739-1790) wirkte aufgrund besonderer Gunst von Herzog Carl Eugen in den Jahren 1770 bis 1781 in Kornwestheim. Während dieser Zeit entwickelte der schwäbische Mechaniker-Pfarrer herausragende und wegweisende Erfindungen auf dem Gebie t der Feinmechanik, so zum Beispiel astronomische Uhren und leistungsfähige Rechenmaschinen, die als Ausgangspunkt für die heutige (moderne) Computertechnik angesehen werden. Hahns theologische Arbeiten während seiner Kornwestheimer Amtszeit haben die Ent w icklung des schwäbischen Pietismus maßgebend beeinflußt.
Zur 250. Wiederkehr seines Geburtstages hat der Gemeinderat der Stadt Kornwestheim am 23. Juli 1985 beschlossen, einen Philipp-Matthäus-Hahn-Preis zu stiften.Geändert durch Beschluß des Gemeinderats vom 17. Mai 1990.
1. Der Preis soll der Förderung der theologischen und der naturwissenschaftlichen Forschung im Sinne von Philipp Matthäus Hahn dienen.
2. Der Philipp-Matthäus-Hahn-Preis wird für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten (z.B. Habilitationen, Dissertationen) auf dem Gebiet der Theologie und der Naturwissenschaften verliehen.
3. Der Preis wird erstmals 1989/90 mit einem Betrag von DM 10.000 ,00 für eine theologische oder eine naturwissenschaftliche Arbeit verliehen. Danach wird der Preis in folgendem Turnus vergeben:1993 für eine theologische oder naturwis senschaftliche Arbeit; 1996 für eine naturwissenschaftliche oder theologische Arbeit; 1999 für eine theologische oder naturwissenschaftliche Arbeit usw.
Der Preis ist ab 1993 mit je DM 5.000,00 dotiert.
Der Preis kann nicht geteilt werden. Er wird nur für eine Arbeit aus dem jeweiligen Bereich, auch wenn sie mehrere Verfasser hat, vergeben.
Die Vergabe des Preises erfolgt durch ein Preisgericht, das sich wie folgt zusammensetzt:
- Der Oberbürgermeister der Stadt Kornwestheim als Vorsitzender
- und der Ordinarius für Reformationsgeschichte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen,
Das Vorschlagsrecht für die Vergabe des Preises hat der Präsident der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Das Preisgericht tagt nichtöffentlich. Seine Entscheidung ist endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Das Preisgericht ist beschlußfähig, wenn mindestens vier Mitglieder anwesend sind. Es trifft seine Entscheidung mit Stimmenmehrheit. Der Vorsitzende und der Präsident der Eberhard-Karls-Universität können durch ihre Vertreter im Amt vertreten werden.
5. Die Ausschreibung des Philipp-Matthäus-Hahn-Preises erfolgt erstmals im Jahr 1985 für die erste Verleihung im Jahre 1989/90. In den späteren Jahren erfolgt die Ausschreibung jeweils in dem auf die letzte Vergabe nachfolgenden Kalen derjahr.
Der Preis wird vom Präsidenten der Eberhard-Karls-Universität in Abstimmung mit dem Vorsitzenden des Preisgerichts öffentlich ausgelobt. Er setzt auch die Frist für die Einreichung der wissenschaftlichen Arbeiten. Die zur Bewerbung eingereichten Arbeiten müssen in dem Zeitraum seit der letzten Preisverleihung abgeschlossen worden sein.
6. Das Preisgericht kann von einer Verleihung des Preises absehen, wenn nach seiner Auffassung keine geeignete Arbeit für die Zuerkennung des Preises eingereicht worden ist. Insoweit verfällt der Preis für das betreffende Jahr.
7. Die Preisverleihung erfolgt in Kornwestheim unter Beteiligung der Eberhard-Karls-Universität in würdiger Form durch den Oberbürgermeister der Stadt Kornwestheim. Der oder die Preisträger erhält/erhalten eine Urkunde, mit der die Verleihung b egründet wird.
Durch die Aufmerksamkeit von Herrn Pfarrer Steck wurden wir auf einen Artikel im Ev. Gemeindeblatt für Württemberg hingewiesen, der für uns von einigem historischen Interesse sein könnte. Dietrich Steck sei dafür herzlich gedankt. Mit vier gleichlautenden Schreiben an die im Artikel bezeichneten Instanzen wurde der Angelegenheit umgehend nachgegangen. Zuerst jedoch ein paar Sätze zur Begriffsbestimmung: Die Luftzufuhr in einer Orgel muß gesteuert werden. Ganz vereinfacht und naiv ausgedrückt wurde dies früh er mittels einer sog. Schleiflade bewirkt bei der der Wind durch verschieben schmaler, mit Löcher versehener Holzleisten (schleifen) in die entsprechenden Pfeifen gelangen mußte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Schleiflade durch eine K egellade ersetzt bei welcher jede einzelne Pfeife durch ein Kegelventil verschlossen ist, welches durch den Tastendruck zum Lufteintritt geöffnet wird. Dieses Prinzip, weiterentwickelt, ist heute wohl das dominierende.
Unser Schreiben hatte folgenden Wortlaut:
Eines Beitrages des Evangelischen Gemeindeblatts für Württemberg (Nr. 45 - 10. November 1996, Seite 12 - Prälatur Heilbronn) zufolge wurde die älteste Kegelladenorgel der Welt nach langjähriger Restaurierung jetzt wieder in Dienst gestellt und steht heute in Bad Mergentheim-Herbsthausen. Dieses wertvolle Kulturgut und Schmuckstück (Abbildung) wurde - so der Artikel - vor 156 Jahren, [also im Jahre 1840] von der Ludwigsburger Orgelbaufirma Walcker für das Männerheim Salon, der heutigen Karlshöhe in Ludwigsbu rg erbaut und 18 Jahre später, [das wäre im Jahre 1858] nach Herbsthausen verkauft.
Wenn man die geschichtlichen Daten in's Auge fasst, so kann an der Sache, wie sie hier dargestellt wird, einiges nicht stimmen.
Im Jahre 1840 befand sich auf dem Salon bei Ludwigsburg, damals Gemarkung Kornwestheim (die Eingemeindung dieses Gebietes in die Stadt Ludwigsburg erfolgte erst 1906), die weitbekannte und christlich geführte Wissenschaftliche Bildungsanstalt Salon der Geb rüder Paulus. Die Gebrüder Paulus, Enkel des Pfarrers, Erfinders und Mechanikers Philipp Matthäus Hahn und Urenkel des Pfarrers und bedeutenden Pädagogen Joh. Friedrich Flattich, hatten, von Korntal kommend, ihre Bildungsanstalt im Jahre 1837 auf den Salo n verlegt, nachdem sie das zum Kauf anstehende Gelände des einst fürstlichen Waldparks Salonwald, das sog. Catharinenpläsir, mit dem herzoglichen Gartenpavillon und den dazugehörigen Ökonomiegebäuden gekauft hatten. In der Folgezeit wurde an den Gartenpavi l lon das, oder die Schulgebäude angebaut. Von 1837 - 1879 existierte die wissenschaftliche Bildungsanstalt Salon und war Eigentum der Gebrüder Paulus; zuerst von drei Brüdern, dann ab 1851 - 1862 von Philipp Paulus alleine und darnach von Wilhelm Paulus b is zu dessen Tode 1870 und seinen Söhnen bis zum Jahre 1879. Die Schule hatte aufgrund der politischen, religiösen und pädagogischen EntwickIungen in diesem langen Zeitraum Höhen und Tiefen erlebt. Ein besonderer Tiefgang war 1858/59, zuletzt mit nur noch ei nem Schüler. Erst als 1859 Wilhelm Paulus die Leitung der Schule übernahm, erfolgte eine zweite Blütezeit der Internatsschule.
Die Gründung des Diakonie- und Erziehungswerkes Karlshöhe erfolgte im Jahre 1875 unter dem Namen Evangelische Brüder- und Kinderanstalt Karlshöhe bei Ludwigsburg. In diesem Jahre wurde auch ein Gelände im Salonwald nahe der Paulus'schen Anstalt erworben un d die notwendigen Bauten errichtet, zum Teil mit finanzieller Unterstützung des Hofes. Mit den Jahren mußten die Betätigungsfelder ausgeweitet werden. So wurde auch ein Gebäude zur Errichtung eines Asyls für unheilbare männliche Kranke gesucht. Als im Jah r e 1879 die Gebäude der Paulus'schen Anstalten zum Verkauf anstanden, griff die Karlshöhe zu und erwarb dieselben für 46 000 M., mußte jedoch nochmals 54 000 M. investieren um sie in das Männerkrankenhaus Salon umzubauen, welches im Jahre 1880 eingeweiht wu rde.
Demnach existierte im Jahre 1840, als die Kegelladenorgel erbaut wurde, weder die Anstalt Karlshöhe noch deren Männerheim Salon. Wenn die zeitlichen Angaben des Artikels stimmen, woran wohl nicht zu zweifeln ist, dann kann es sich somit nur um die Paulus's chen Anstalten auf dem Salon gehandelt haben, für die die Orgel erstellt wurde. Dies könnte auch insofern zutreffen, da im Jahre 1837 ein sehr befähigter Musiklehrer angestellt wurde und im ersten Stock des Gartenpavillons (mit dem heute noch sichtbaren P o rtikus) ein Andachtssaal für die Anstaltsgottesdienste eingerichtet worden ist. Als 1858/59 die erste Blütezeit der Schule zu Ende ging und Kapital notwendig wurde, könnte man sich den Verkauf dieses Instrumentes gut vorstellen, bevor die neue Direktion in Aktion trat. - Klärungsbedarf ist somit weiterhin gegeben.
In einem Begleitschreiben wurde um Beantwortung folgender Fragen gebeten:
Wer hat die Orgel 1840 bei der Orgelbaufirma Walcker bestellt?
Wer hat sie nach Fertigstellung bezahlt?
Wer hat sie 1858 nach Herbsthausen verkauft?
An wen wurde der Verkaufserlös ausbezahlt?
Wo war die Orgel die lange Zeit ihrer Ausmusterung gestanden?
Wie zu erwarten war, hat sich die Mühe wahrlich gelohnt: In einer ausführlichen und überaus exakten, mit vielen Bildern versehenen Dokumentation hat die Firma Richard Rensch Orgelbau GmbH in Lauffen am Neckar dieses Instrument zu ihrem 40jährigen Werkstatt jubiläum 1996 beschrieben und die Restauration, die sie in bewundernswerter Weise ausgeführt hat, aufgezeichnet.
Die Orgel war in einem äußerst desolaten und unbespielbarem Zustand. Ohne Mittel des Landesdenkmalamtes (LDA) und privater Spender wäre für die kleine Kirchengemeinde dieses Vorhaben unmöglich gewesen.
Die Orgel wurde 1840 vom Salon bestellt und mit Rechnung des Orgelbauer E. Fr. Walckers über Fertigung einer neuen Orgel von 6. Reg. Für die wissenschaftliche Bildungsanstalt der H[och]l[öblichen] Gebr. Paulus auf dem Salon b. Ludwigsburg um 507 f. 38 x ge liefert. Selbst der Name des Orgelbauers der Firma Walcker, welcher die erste Kegellade in diese Orgel eingebaut hatte, ist bekannt.
Im Jahre 1858 wurde die Orgel in öffentlichen Blättern zum Kauf ausgeschrieben, da sie entbehrlich geworden war. Ausgangs des Jahres 1858 wurde sie von der Kirchengemeinde Adolzhausen für die Kirche der Teilgemeinde Herbsthausen um 425 f. (nach einer ander en Version um 406 f.) erkauft. Wer den Verkaufserlös erhalten hat und wer den Verkauf in die Wege geleitet hatte, wissen wir nicht. Die Orgel jedenfalls hatte in der Herbsthausener Kirche, heute Bad Mergentheim-Herbsthausen, bis zu ihrer Wiederentdeckung i m Jahre 1974 einen Dornröschenschlaf gehalten. In ihrem jetzigen hervorragend renovierten Zustand wäre sie eigentlich als erste Kegelladenorgel der Fa. Walcker, vielleicht sogar der Welt, jedenfalls als das Erstlingswerk einer epochemachenden Orgeltechni k, so Dr. Bongartz vom LDA bei der Wiedereinweihung 1996, ein unersetzliches Exponat eines bedeutenden Museums.
Eine Kegelladenorgel auf dem Salon bei Ludwigsburg?: Ja, wahrhaftig - und was für eine!
Quellen:
Theo Lorch: Eine diakonische Gemeinde Quell Verlag Stuttgart 1976
Rudolf Paulus:Die wissenschaftliche Bildungsanstalt Salon bei Ludwigsburg Ludwigsburger Geschichtsblätter Band 39/1986
Richard Rensch Orgelbau GmbH Lauffen am Neckar: Die erste Kegellade E. F. Walckers 1840 1996
von Rudolf Friedrich Paulus
In Heft 37 habe ich über die Erstellung von Stammtafeln auf PC mit Hilfe des Programmsystems WIN-Ahnen berichtet. Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen Es existiert eine Ahnentafel und ein Stammbaum aller bekannten Vorfahren meiner Söhne (Familiennumm er 513 384 x). Sie enthält die Vorfahren von Carl Friedrich Paulus, Beate Paulus geb. Hahn, Korntalgründer Gottlieb Wilhelm Hoffmann und seiner 3. Ehefrau Christiane Beate Gottliebin geb. Baumann. Die Beschränkung auf diese Vorfahren ist ohne große Proble m e möglich. Eine 3,5 Zoll-Diskette mit all diesen Daten kann bei mir (Im Herrengarten 10, 56841 Traben-Trarbach) gegen Beilegung von 3 DM als Briefmarken zur Begleichung meiner Unkosten bezogen werden.
Diese Datei kann nur unter dem Betriebssystem WINDOWS (Version 3.1. oder höher) mit dem Programmsystem WIN-Ahnen laufen. Letzteres kann nur von der Programmentwicklung Olaf Schilling, Anzengruberstr 11,12043 Berlin, Tel. 030/6860868 bezogen werden. Die Vol lversion kostet 119 DM. Dabei kann zwischen einer 16 bit- und einer 32 bit-Auslegung gewählt werden. Die 32-bit-Auslegung läuft nur auf WINDOWS 95. Die Bezahlung erfolgt durch Beilegung eines entsprechenden Euroschecks oder im Inland unter Nachnahme. Im l e tzteren Fall entstehen 6 DM Nachnahmegebühr zusätzlich.
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Mitglieder: |
Stellvertreter: |
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Rosmarie Lauber (512) |
Dr. Rudolf Paulus (513) |
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Werner Paulus (513) |
Michael Göz (516) |
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Dr. Gerhard Struve (516/518) |
Eberhard Weiss(518) |
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Geschäftsführer |
Im Jahre 1996 wurden durch die MPS drei Studenten mit je DM 500.- unterstützt.
Julia Martin geb. Weiss hat an der Universität Tübingen ihr medizinisches Staatsexamen abgeschlossen. Sie hat, wie in den Familiennachrichten dieses Familienbriefes berichtet, im Mai eine Tochter geboren, die sie liebevoll pflegt. Jetzt beginnt sie ihr pra ktisches Jahr am Kreiskrankenhaus Reutlingen mit Innerer Medizin, Chirurgie und dem Wahlfach Dermatologie.
Tilman Weiss hat sein Studium auch erfolgreich zum Abschluß gebracht. Er will sich um eine Promotionsstelle auf dem Gebiet der Sonnenenergie-Forschung bemühen. Er bedankt sich noch einmal für die Unterstützung während seiner Studienzeit durch die MPS und h offt, später einmal in der Lage zu sein, selbst die MPS zu unterstützen.
Stefanie Hoffmann studiert an der Freien Universität Berlin Veterinärmedizin und hat die Tierärztliche Vorprüfung bereits bestanden. Sie bedankt sich für die Zuwendung der MPS, die bei der Anschaffung der notwendigen Fachliteratur eine wertvolle Hilfe war.
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Die Entwicklung bei der MPS
In diesem Jahr gingen überhaupt keine Spenden ein. Auch der Erlösanteil aus Bücherverkäufen ist auf ein Minimum abgesunken. Deshalb sollten Studenten, die in früheren Jahren durch die MPS gefördert wurden, und heute in guten finanziellen Verhältnissen lebe n, daran denken, der MPS eine Spende zukommen zu lassen.
Einzahlungen oder Überweisungen werden auf folgendes Konto erbeten:
Konto Nr. 2 611 026 bei der Landesgirokasse Stuttgart (BLZ 600 501 01),
auf den Namen Dr. Gerhard Struve, Oberer Kirchhaldenweg 82, 70195 Stuttgart, mit dem Vermerk MPS.
Gerhard Struve
Stamm 512
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15111 |
Knapp, Werner und Anne Dorothee, Lochensteinweg 16, 71067 Sindelfingen |
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15112 |
Fritz, Ursula und Karl Seemann, Tessiner Str. 2, 71069 Sindelfingen |
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15113 |
Fritz-Knapp, Doris und Tobias Knapp, Rehstr. 6, 71067 Sindelfingen |
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15114 |
Fritz, Peter und Vicky,Mörikestr. 7, 71159 Mötzingen |
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15122 |
Meier-Lienhard, Barbara und Martin Meier, Hohle Gasse 51, CH-8154 Oberglatt, ZH, Schweiz |
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184 |
Gebhardt, Rudi und Gertrrud, Hegelstr. 18, 71723 Großbottwar T. 07148/6652 |
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6211 |
Goedecker, Stefan, Dr., Max-Planck-Institut, Heisenbergstr.1, 70569 Stuttgart |
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643 |
Carr, Gislind und Raymond, Am Wenzen 14, 55120 Mainz T.06131/681785 |
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6431 |
Gering, Claudia und Bernhard, Am Wenzen 14, 55120 Mainz |
Stamm 513
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3213 |
Paulus, Michael und Dr. Angelika, Hinter den Gärten 5/2, 72072 Tübingen-Kilchberg |
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3751 |
Beutler, Thomas und Kerstin, Schwarzwaldstr. 7, 75196 Remchingen-Wilferdingen |
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3831 |
Jope, Andreas und Anette, Kleiner Belt 11, 23570 Travemünde |
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3843 |
Paulus, Bernhard, Schweffelstr. 14, 24118 Kiel |
Stamm 518
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1442 |
Prockl, Jürgen und Dr. Susanne von Frankenberg-Prockl, Stöfflerweg 29 A, 70567 Stuttgart T. 0711/289696 |
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35212 |
Martin, Julia und David, Gartenstr. 71, 72074 Tübingen |
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4321 |
Gommel, Hans-Jürgen und Renate, Kastanienstr. 21, 72458 Albstadt |
Einige Anschriften des Hauptstammes 58 unseres Familienbuches:
583
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211 |
Paulus, Helga, Haagstr. 7, 91054 Erlangen |
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2111 |
Paulus, Helge, Altstädter Kirchenplatz 6, 91054 Erlangen |
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2112 |
Paulus, Frieder, Cottenbacher Str. 23 A, 95445 Bayreuth |
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2113 |
Paulus, Helmut-Eberhard, Dr., Klinghammerstr. 21, 07407 Rudolstadt |
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2114 |
Paulus, Kurt, Ringstr. 13, 91356 Kirchehrenbach Ofr. |
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585 |
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121 |
Vorwalder, Hildegard und Werner , Klopstockstr. 58, 70193 Stuttgart |
Allen Verwandten und Freunden, die zur Gestaltung dieses Rundbriefes beigetragen haben, sei herzlich gedankt, besonders Gerhard Struve für den Computersatz. Unsere Glück- und Segenswünsche wollen wir all denjenigen aussprechen, die einen besonderen Gedenkt ag feiern.
Den Erkrankten übermitteln wir unsere besten Genesungswünsche.
Herausgeber des Rundbriefes Werner Paulus, Esslingen a.N.
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1. Vorsitzender: |
Werner Paulus, Urbanstr. 169,73730 Esslingen, Telefon: 0711/3180782 |
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Schatzmeister : |
Eberhard Weiss, Agnesstr. 1, 70597 Stuttgart, Telefon 0711/7651178 |
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Geschäftsführer der MPS: |
Dr. Gerhard Struve, Ob. Kirchhaldenweg 82, 70195 Stuttgart Telefon: 0711/697000 |
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Archivverwalter: |
Dr. Rudolf Paulus, Im Herrengarten 10, 56841 Traben-Trarbach, |
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Telefon: 06541/2394 |
Konto der Familienkasse:
Landesgirokasse Stuttgart (BLZ 600 501 01) Nr. 7 441 600
Eberhard Weiss, Agnesstr. 1, 70597 Stuttgart
Konto der MariaPaulusStiftung:
Landesgirokasse Stuttgart (BLZ 600 501 01) Nr. 2 611 026, Dr. Gerhard Struve, Oberer Kirchhaldenweg 82, 70195 Stuttgart
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